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Wie erkenne ich echte Wehen? Der Unterschied zwischen Uebungswehen, Senkwehen und Geburtswehen – und wann du in die Klinik fahren solltest

Wie erkenne ich echte Wehen? Der Unterschied zwischen Uebungswehen, Senkwehen und Geburtswehen – und wann du in die Klinik fahren solltest

Es ist drei Uhr nachts, dein Bauch wird hart, du spuerst ein Ziehen im Unterbauch und fragst dich: Ist es soweit? Oder sind das nur Uebungswehen? Fuer Erstgebaerende ist diese Frage eine der stressigsten der gesamten Schwangerschaft – die Angst, zu frueh ins Krankenhaus zu fahren und wieder nach Hause geschickt zu werden, konkurriert mit der Angst, zu spaet zu fahren und das Baby im Auto zu bekommen. Beides passiert aeusserst selten – und mit dem richtigen Wissen erkennst du den Unterschied zuverlaessig.

Uebungswehen (Braxton-Hicks): Harmlos und normal

Ab der 20. Schwangerschaftswoche trainiert deine Gebaermutter fuer die Geburt – mit unregelmaessigen Kontraktionen, die den Bauch hart werden lassen, aber nicht schmerzhaft sind. Diese Uebungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) sind voellig normal, kommen und gehen ohne Muster, dauern 30 bis 60 Sekunden und hoeren auf, wenn du deine Position wechselst, dich hinlegst oder ein warmes Bad nimmst. Sie oeffnen den Muttermund nicht und sind kein Zeichen dafuer, dass die Geburt bevorsteht. Manche Frauen spueren sie kaum, andere haben sie taeglich mehrmals – beides ist normal.

Senkwehen treten in den letzten zwei bis vier Wochen vor der Geburt auf – sie schieben das Baby tiefer ins Becken (du merkst es daran, dass du ploetzlich wieder besser atmen kannst, aber dafuer staendiger auf die Toilette musst). Senkwehen koennen staerker sein als Uebungswehen und ein Ziehen im Ruecken oder in der Leiste verursachen, aber auch sie sind unregelmaessig und kein Zeichen fuer eine beginnende Geburt. Zum Thema Geburtsvorbereitung auch unser Geburtsplan-Ratgeber.

Echte Geburtswehen: So erkennst du sie

Echte Wehen unterscheiden sich von Uebungs- und Senkwehen durch drei Merkmale: Sie sind regelmaessig (kommen in immer kuerzeren Abstaenden – erst alle 15 Minuten, dann alle zehn, dann alle fuenf), sie werden staerker (jede Wehe ist intensiver als die vorherige – Uebungswehen bleiben gleich stark oder werden schwaecher) und sie hoeren nicht auf (kein Positionswechsel, kein warmes Bad, keine Entspannung stoppt sie – sie kommen und kommen und kommen). Echte Wehen fuehlen sich an wie starke Menstruationskraempfe, die wellenfoermig ansteigen, einen Hoehepunkt erreichen und wieder abklingen – oft begleitet von Rueckenschmerzen und einem Druckgefuehl nach unten.

Wann in die Klinik: Die Faustregeln lauten 5-1-1: Wehen alle fuenf Minuten, jede Wehe dauert mindestens eine Minute und dieses Muster besteht seit mindestens einer Stunde. Bei der zweiten Geburt oft frueher fahren (die Geburt geht schneller), bei grosser Entfernung zur Klinik frueher fahren und bei Blasensprung (Fruchtwasser geht ab – ein Schwall oder staendiges Troepfeln) immer sofort fahren, auch wenn du noch keine Wehen hast. Auch wenn du unsicher bist: Lieber einmal zu frueh in die Klinik fahren als einmal zu spaet – die Hebammen schicken dich freundlich nach Hause, wenn es noch nicht soweit ist, und niemand wird dich dafuer verurteilen.

Fazit: Dein Koerper weiss, was er tut – vertraue ihm

Uebungswehen sind unregelmaessig, schwach und gehen vorbei. Echte Wehen sind regelmaessig, werden staerker und hoeren nicht auf. Im Zweifel: Ruf deine Hebamme an, ruf in der Klinik an oder fahr hin. Niemand erwartet von dir, dass du den Unterschied beim ersten Mal perfekt erkennst – dafuer gibt es Hebammen, Kreisssaele und CTG-Geraete. Vertraue deinem Koerper, hoere auf dein Bauchgefuehl und erinnere dich: Millionen Frauen haben das vor dir geschafft – und du wirst es auch schaffen.

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