Drei Tore in 56 Minuten. Fuenf Torbeteiligungen. Ein Siegtreffer in der 94. Minute. Deniz Undav ist der Mann der WM 2026 – und ganz Deutschland fragt sich: Warum stellt Nagelsmann ihn nicht von Anfang an auf? Die Antwort ist komplizierter als ja oder nein – und sie koennte ueber Deutschlands Abschneiden im Turnier entscheiden.
Das Argument fuer die Startelf
Undav trifft. Punkt. Drei Tore in zwei Spielen, dazu zwei Vorlagen – keine andere deutsche Offensivkraft war annaehernd so effizient. Warum einen Spieler auf die Bank setzen, der in jeder Minute auf dem Platz gefaehrlich ist? Havertz hat gegen die Elfenbeinekueste keinen einzigen Torschuss abgegeben, bevor er in der 85. Minute ausgewechselt wurde. Undav kam in der 60. Minute und hat das Spiel allein gedreht. Die Zahlen sind eindeutig: Undav gehoert auf den Platz, nicht auf die Bank.
Das Gegenargument – warum der Joker wertvoller sein koennte: Undavs Staerke liegt genau darin, dass er als Joker kommt. Muede Abwehrreihen, offene Raeume, ein Spiel, das sich in der Schlussphase oeffnet – das sind die Bedingungen, unter denen Undav toedlich ist. Als Starter mueeesste er 60 Minuten gegen eine frische, organisierte Abwehr spielen, die auf ihn vorbereitet ist – nicht 30 Minuten gegen eine muede Abwehr, die ihn nicht erwartet hat. Havertz in der Startelf bindet Verteidiger, oeffnet Raeume fuer Wirtz und Musiala und ist im Kombinationsspiel besser als Undav. Undav von der Bank bringt frische Beine, Hunger und eine andere Spielweise – genau die Unberechenbarkeit, die Nagelsmanns System so gefaehrlich macht. Mehr zur WM 2026 in unserem Nagelsmann-Taktik-Ratgeber.
Fazit: Die Loesung koennte die Doppelspitze sein
Gegen Ecuador (wo das Ergebnis nicht entscheidend ist) koennte Nagelsmann Undav in der Startelf testen – neben Havertz in einer Doppelspitze. Funktioniert es, hat er eine neue Option fuer die K.o.-Runde. Funktioniert es nicht, bleibt Undav der toedliche Joker von der Bank. So oder so: Deutschland hat ein Luxusproblem, um das sie jede andere Nation beneidet.


