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Garten im August: Was du jetzt noch säen kannst und im Herbst tatsächlich noch erntest

Garten im August: Was du jetzt noch säen kannst und im Herbst tatsächlich noch erntest

Im August denken viele, die Gartensaison sei gelaufen – geerntet wird, gesät nicht mehr. Ein Irrtum, der viele Beete unnötig leer lässt. Tatsächlich ist der August einer der produktivsten Monate für die zweite Aussaat: Der Boden ist warm, das Saatgut keimt schnell, und viele Kulturen sind noch bis in den November hinein erntereif. Wer jetzt nachsät, erntet frisches Gemüse, wenn andere schon Folie über die Beete legen.

Diese Sorten schaffen es noch vor dem Frost

Schnellwachsende Blattsalate wie Feldsalat, Rucola, Asiasalate und Pflücksalat brauchen nur vier bis acht Wochen bis zur Ernte. Feldsalat ist dabei der Star des Spätjahres: Er verträgt Frost problemlos und wird durch Kälte sogar aromatischer. Radieschen sind in drei bis fünf Wochen fertig und eignen sich perfekt für Lücken zwischen abgeernteten Pflanzen.

Spinat ist die klassische Herbstaussaat und lässt sich je nach Sorte sogar überwintern, sodass du im zeitigen Frühjahr die erste Ernte hast. Mangold, Winterportulak und Kresse funktionieren ebenfalls zuverlässig. Wer es etwas robuster mag, setzt auf Grünkohl und Winterheckenzwiebeln. Auch Kräuter wie Petersilie, Dill, Kerbel und Schnittlauch lassen sich jetzt noch aussäen – Petersilie braucht allerdings Geduld beim Keimen.

Worauf es bei der Spätaussaat ankommt

Der entscheidende Faktor ist Wasser. Der August ist oft trocken und heiß, und Saatgut, das einmal angekeimt und dann ausgetrocknet ist, keimt nicht noch einmal. Halte die Saatrillen deshalb konsequent feucht – bei Hitze bedeutet das täglich, notfalls zweimal. Ein leichtes Vlies oder ein Brett über der Saatrille hält die Feuchtigkeit, muss aber entfernt werden, sobald sich die ersten Keimlinge zeigen.

Säe außerdem etwas tiefer als im Frühjahr, weil die oberste Bodenschicht schneller abtrocknet, und wähle wenn möglich einen leicht schattigen Zeitpunkt – am besten abends oder an einem bedeckten Tag. Wichtig ist auch die Fruchtfolge: Setze nicht wieder dasselbe Gemüse an dieselbe Stelle. Nach Kohl also keinen Kohl, nach Salat besser Radieschen oder Spinat. Und arbeite vor der Aussaat etwas reifen Kompost ein, denn die Vorkultur hat dem Boden bereits Nährstoffe entzogen.

Was du im August sonst noch erledigen solltest

Neben der Aussaat ist der August die richtige Zeit für Erdbeeren: Jungpflanzen, die jetzt gesetzt werden, bilden bis zum Winter kräftige Wurzeln und tragen im nächsten Jahr voll. Auch Stauden lassen sich jetzt teilen, weil der warme Boden das Anwachsen erleichtert. Bei Tomaten lohnt das Ausgeizen und das Kappen der Triebspitzen – so steckt die Pflanze ihre Kraft in die vorhandenen Früchte statt in neue Blüten, die ohnehin nicht mehr reif werden.

Gieße morgens statt abends, damit die Blätter über Nacht trocken sind und Pilzkrankheiten weniger Chancen haben. Und lass Verblühtes bei Sonnenhut, Fetthenne und Gräsern ruhig stehen – die Samenstände sind Winterfutter für Vögel und sehen bei Raureif wunderschön aus. Weitere saisonale Tipps findest du in unserem Zucchini-Ratgeber.

Gründüngung – die Aussaat für alle, die keine Lust auf Gemüse haben

Nicht jedes leere Beet muss noch Ertrag bringen. Wer im August keine Zeit für neue Kulturen hat, sollte trotzdem etwas säen – nämlich Gründüngung. Nackte Erde über den Winter ist die schlechteste Option: Nährstoffe werden ausgewaschen, Regen verschlämmt die Oberfläche, und im Frühjahr steht das Beet voller Unkraut.

Phacelia, auch Bienenfreund genannt, keimt schnell, blüht wunderschön violett und ist bei Insekten extrem beliebt. Sie ist nicht mit heimischen Gemüsearten verwandt, passt also in jede Fruchtfolge. Gelbsenf wächst noch schneller, sollte aber nicht vor oder nach Kohl stehen, weil beide zur selben Familie gehören. Winterroggen und Ackerbohne lockern den Boden besonders tief.

Die Handhabung ist denkbar einfach: Fläche grob lockern, Saatgut breitwürfig ausstreuen, leicht einharken, angießen – fertig. Die meisten dieser Pflanzen frieren im Winter ab und bleiben als schützende Mulchschicht liegen. Im Frühjahr harkst du die Reste einfach ein oder lässt sie oberflächlich verrotten. Der Boden ist dann lockerer, humusreicher und deutlich unkrautärmer als eine brachliegende Fläche – und du hast dafür genau zehn Minuten Arbeit investiert.

Fazit: Der August ist keine Endzeit, sondern eine zweite Chance

Feldsalat, Radieschen, Spinat und Asiasalate bringen dir bis in den späten Herbst frische Ernte – vorausgesetzt, du hältst die Saat konsequent feucht. Geh diese Woche durch deine Beete, sammle die freien Stellen ein und säe nach. In sechs Wochen erntest du dort, wo jetzt nur nackte Erde ist.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Inspiration. Angaben zu Mengen, Zeiten und Ergebnissen können je nach Sorte, Gerät und Bedingungen abweichen. Bei Unsicherheiten – etwa zur Haltbarkeit von Lebensmitteln – entscheide im Zweifel immer zugunsten der Sicherheit.

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