Viele Erwachsene fangen automatisch an, in einer höheren Stimmlage und mit übertriebener Betonung zu sprechen, sobald sie ein Baby sehen. Diese sogenannte Babysprache oder Ammensprache wurde lange als unsinnig belächelt. Doch aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Genau diese Art zu sprechen ist einer der wichtigsten Bausteine für die Sprachentwicklung von Säuglingen.
Was Babytalk im Gehirn des Babys bewirkt
Wenn Erwachsene in der typischen Babysprache reden – langsamer, melodischer und mit größeren Tonhöhenunterschieden – reagiert das Babyhirn besonders aufmerksam. Forschungen der Universität Edinburgh zeigen, dass Babys diese Art der Ansprache gegenüber normaler Erwachsenensprache deutlich bevorzugen. Die überdeutliche Betonung hilft dem Gehirn, einzelne Wörter aus dem Sprachfluss herauszufiltern und Muster zu erkennen.
Richtig und falsch: Worauf es ankommt
Förderliche Babysprache bedeutet nicht, Wörter zu verzerren oder Fantasiebegriffe zu erfinden. Sage „Hund” statt „Wauwau” und „Auto” statt „Brumm-Brumm”. Der Trick liegt in der Betonung und Wiederholung: „Schau mal, ein Hund! Ein großer Hund! Der Hund rennt!” Durch die Wiederholung in verschiedenen Satzstrukturen lernt dein Baby das Wort schneller und versteht seinen Zusammenhang.
Beide Elternteile sollten mitmachen
Studien zeigen, dass Kinder sprachlich am stärksten profitieren, wenn beide Elternteile viel mit ihnen sprechen. Väter neigen dazu, weniger Babysprache zu verwenden als Mütter – dabei ist ihre Beteiligung genauso wichtig. Je vielfältiger die Stimmen und Sprachmuster, denen ein Baby ausgesetzt ist, desto reichhaltiger entwickelt sich sein Sprachverständnis.
Also: Keine Scheu vor der hohen Stimme und den großen Augen. Dein Baby liebt es, und es tut seiner Entwicklung nachweislich gut.


