Du willst ein Haus kaufen – und die erste Frage der Bank lautet: Wie viel Eigenkapital bringen Sie mit? Die Antwort bestimmt nicht nur, ob du den Kredit bekommst, sondern auch wie teuer er wird. Mehr Eigenkapital bedeutet niedrigere Zinsen, niedrigere Raten und weniger Gesamtkosten. Aber wie viel ist genug? Und geht es auch ganz ohne?
Die Faustregel: 20 bis 30 Prozent – und warum weniger teuer wird
Die Faustregel lautet: 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, moeglicherweise Makler – zusammen 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises). Beispiel: Haus kostet 400.000 Euro. Kaufnebenkosten: ca. 45.000 Euro. Empfohlenes Eigenkapital: 80.000 bis 120.000 Euro (20 bis 30 Prozent) plus 45.000 Euro Nebenkosten = 125.000 bis 165.000 Euro. Das klingt viel – ist es auch. Aber weniger Eigenkapital bedeutet hoehere Zinsen: Banken berechnen bei einer Beleihung ueber 80 Prozent (also weniger als 20 Prozent Eigenkapital) Zinsaufschlaege von 0,3 bis 0,8 Prozentpunkten – das sind bei 320.000 Euro Kredit und 25 Jahren Laufzeit 15.000 bis 40.000 Euro Mehrkosten. Hauskauf ohne Eigenkapital (Vollfinanzierung) ist moeglich, aber teuer: Nur wenige Banken bieten es an, die Zinsen liegen 1 bis 1,5 Prozentpunkte ueber dem Marktzins und die monatliche Belastung ist deutlich hoeher. Zum Thema Finanzen auch unser Scheidungsfinanz-Ratgeber.
Fazit: Spare die Nebenkosten plus 20 Prozent – dann bekommst du den besten Zinssatz
Die Nebenkosten (10 bis 15 Prozent) musst du fast immer aus eigener Tasche zahlen – die finanziert keine Bank. Dazu 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital und du bekommst die besten Konditionen. Jeder Euro mehr spart dir Zinsen – aber warte nicht, bis du 30 Prozent zusammen hast, wenn die Immobilienpreise in der Zwischenzeit um 10 Prozent steigen.


