Der Urlaub ist gebucht, aber jetzt kannst du nicht fliegen – Krankheit, Familiennotfall oder einfach umentschieden. Bekommst du dein Geld zurück? Muss die Airline erstatten? Und was bringt eine Reiserücktrittsversicherung wirklich? Die Antwort hängt davon ab, ob du eine Pauschalreise oder nur einen Flug gebucht hast – und wie kurzfristig du stornierst.
Pauschalreise vs. Einzelflug: Völlig unterschiedliche Regeln
Pauschalreise (Flug plus Hotel über einen Reiseveranstalter): Du kannst jederzeit stornieren – aber der Veranstalter darf Stornogebühren verlangen. Die steigen, je kurzfristiger du stornierst: Bis 30 Tage vorher ca. 20 bis 25 Prozent des Reisepreises, 14 bis 29 Tage vorher ca. 40 Prozent, 7 bis 13 Tage vorher ca. 60 Prozent, unter 7 Tage ca. 80 bis 90 Prozent. Am Abreisetag: 90 bis 100 Prozent. Mit Reiserücktrittsversicherung (ab 20 Euro pro Reise) werden die Stornokosten bei Krankheit, Unfall oder anderen versicherten Gründen erstattet – die beste Investition für jede Reise über 500 Euro.
Einzelflug (direkt bei der Airline gebucht): Hier wird es bitter – die meisten Billigflug-Tarife (Ryanair, Easyjet, Wizz Air) sind nicht erstattbar. Du verlierst den gesamten Flugpreis. Ausnahme: Steuern und Gebühren (ca. 20 bis 40 Euro bei innereuropäischen Flügen) müssen erstattet werden – auch bei nicht erstattbaren Tickets. Flexible Tarife (bei Lufthansa, Swiss, Austrian ab 50 bis 100 Euro Aufpreis) ermöglichen kostenlose Umbuchung oder Stornierung. Tipp: Innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung kannst du bei vielen Airlines kostenlos stornieren – prüfe die Stornobedingungen sofort nach dem Buchen. Zum Thema Reise auch unser Handgepäck-Ratgeber.
Fazit: Reiserücktrittsversicherung ab 500 Euro Reisewert – immer
Für 20 bis 50 Euro schützt dich eine Reiserücktrittsversicherung vor Stornokosten von mehreren hundert oder tausend Euro. Bei Flügen ohne Versicherung: Flexible Tarife buchen oder innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung die Stornobedingungen prüfen. Und im Zweifel: Lieber umbuchen als stornieren – Umbuchungsgebühren sind fast immer günstiger als Stornokosten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und journalistischen Aufbereitung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Gesetze, Fristen, Beitragssätze und die Rechtsprechung ändern sich laufend – trotz sorgfältiger Recherche können Angaben überholt oder unvollständig sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Steuerberater, deine Behörde oder eine Verbraucherzentrale. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.


