Seit Juni 2026 dürfen Eigenheimbesitzer mit Solaranlage ihren überschüssigen Strom direkt an ihre Nachbarn verkaufen – ohne über das öffentliche Netz zu gehen und ohne dass ein Energieversorger dazwischensteht. Die neue Regelung zum Nachbarschaftsstrom ist eine der größten Änderungen im deutschen Energierecht seit Jahren – und sie betrifft jeden, der eine Photovoltaikanlage hat oder plant.
Was die neue Regel erlaubt – und was noch nicht
Was jetzt geht: Wenn du eine PV-Anlage auf deinem Dach hast und mehr Strom produzierst, als du selbst verbrauchst (im Sommer oft der Fall), kannst du den Überschuss direkt an deine Nachbarn verkaufen – über eine gemeinsame Leitung oder über das Niederspannungsnetz im selben Quartier. Der Preis wird zwischen euch vereinbart – typischerweise 15 bis 25 Cent pro kWh, also günstiger als der Netzstrom (30 bis 35 Cent) und mehr als die Einspeisevergütung (8 Cent). Win-Win: Du verdienst mehr als bei der Einspeisung, dein Nachbar zahlt weniger als beim Versorger. Technische Voraussetzung: Ein intelligenter Zähler (Smart Meter), der den Stromfluss in beide Richtungen misst. Die Kosten für den Smart Meter trägt der Netzbetreiber. Anmeldung beim Netzbetreiber – ein vereinfachtes Online-Verfahren ähnlich wie beim Balkonkraftwerk.
Was noch nicht geht: Der Strom darf nur an direkte Nachbarn oder Gebäude im selben Niederspannungsnetz gehen – nicht quer durch die Stadt. Mieter können noch nicht direkt teilnehmen (das kommt voraussichtlich 2027). Größere Sharing-Modelle (ein Solarpark versorgt ein ganzes Quartier) sind noch in der Pilotphase. Für wen es sich lohnt: Eigenheimbesitzer mit PV-Anlage, die tagsüber mehr Strom produzieren als sie verbrauchen (typisch: Berufstätige, die tagesüber nicht zu Hause sind). Nachbarn, die keinen eigenen Platz für eine PV-Anlage haben (Mietwohnung, ungünstige Dachausrichtung). Zum Thema Energie auch unser Wärmepumpe-Ratgeber.
Fazit: Solarstrom an Nachbarn verkaufen – die clevere Alternative zur Einspeisung
15 bis 25 Cent pro kWh statt 8 Cent Einspeisevergütung – die neue Nachbarschaftsstrom-Regel macht PV-Anlagen deutlich lukrativer. Sprich mit deinen Nachbarn, melde dich beim Netzbetreiber an und verdiene am Strom, den du ohnehin nicht selbst brauchst.
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