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Versicherungen für Frauen: Welche du wirklich brauchst, welche überflüssig sind und wie du hunderte Euro im Jahr sparst

Versicherungen für Frauen: Welche du wirklich brauchst, welche überflüssig sind und wie du hunderte Euro im Jahr sparst

Die Versicherungsbranche lebt davon, dir Angst zu machen – und dir dann eine Lösung zu verkaufen. Das Ergebnis: Die meisten Deutschen sind überversichert bei unwichtigen Risiken und unterversichert bei den existenziellen. Eine Glasbruchversicherung für 80 Euro im Jahr schützt dich vor einem Schaden, den du aus der Portokasse bezahlen könntest. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die dich vor dem finanziellen Ruin bewahrt, fehlt bei jeder dritten Frau. Zeit für einen ehrlichen Versicherungscheck.

Die drei Pflicht-Versicherungen

Private Haftpflichtversicherung: Die wichtigste Versicherung überhaupt – und eine der günstigsten (50 bis 80 Euro im Jahr). Sie zahlt, wenn du anderen einen Schaden zufügst: Du stößt versehentlich das Laptop eines Freundes vom Tisch (1.500 Euro), dein Kind beschädigt beim Spielen das Auto des Nachbarn (3.000 Euro), du verursachst als Fußgängerin einen Verkehrsunfall (Personenschaden: potenziell Millionen). Ohne Haftpflicht haftest du mit deinem gesamten Vermögen – ein Risiko, das niemand tragen sollte.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Jede vierte Frau wird vor dem Rentenalter berufsunfähig – durch Rückenprobleme, psychische Erkrankungen oder Unfälle. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht zum Leben nicht aus (durchschnittlich 800 Euro im Monat). Eine BU sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger – jedes Jahr warten macht es teurer. Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat – Hauptsache versichert. Mehr dazu in unserem PKV-Ratgeber.

Sinnvoll, aber nicht für jede

Hausratversicherung: Sinnvoll, wenn du wertvolle Besitztümer hast (Elektronik, Schmuck, Möbel) – sie ersetzt den Schaden bei Einbruch, Feuer, Wasserschaden und Sturm. Kosten: 50 bis 150 Euro im Jahr, je nach Wohnungsgröße und Wert. Nicht sinnvoll, wenn du in einer kleinen Mietwohnung mit wenig wertvollem Besitz lebst – dann ist der Schaden im Ernstfall tragbar. Rechtsschutzversicherung: Sinnvoll, wenn du als Arbeitnehmerin einen Arbeitsrechtsschutz haben möchtest (Kündigungsschutzklage, Gehaltsstreitigkeiten) oder als Mieterin Mietrechtsschutz. Nicht sinnvoll für alle Lebensbereiche – die Kombipakete sind oft teuer und decken Fälle ab, die du nie brauchst.

Risikolebensversicherung: Unverzichtbar, wenn andere finanziell von dir abhängig sind (Kinder, Partner, laufender Immobilienkredit). Zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Kosten: Für eine 30-jährige Nichtraucherin ab 5 bis 15 Euro im Monat für 200.000 Euro Versicherungssumme. Nicht sinnvoll für Alleinstehende ohne Kinder und ohne Schulden. Zahnzusatzversicherung: Sinnvoll, wenn du weißt, dass größere Zahnbehandlungen anstehen (Kronen, Brücken, Implantate – die Kasse zahlt nur 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung). Abschließen, bevor der Zahnarzt eine Behandlung empfiehlt – sonst greift die Wartezeit.

Überflüssig: Diese Versicherungen kannst du kündigen

Handyversicherung, Brillenversicherung, Reisegepäckversicherung, Glasbruchversicherung, Sterbegeldversicherung und Insassenunfallversicherung – all diese Versicherungen decken Risiken ab, die entweder extrem unwahrscheinlich sind oder deren Schaden so gering ist, dass du ihn selbst tragen kannst. Faustregel: Versichere nur Risiken, die dich finanziell ruinieren könnten. Alles, was du aus dem Ersparten bezahlen könntest (auch wenn es wehtut), brauchst du nicht zu versichern.

FAQ: Häufige Fragen

Wie finde ich günstige Versicherungen?

Vergleichsportale (Check24, Verivox, Clark) zeigen dir die günstigsten Tarife für dein Profil. Aber: Beim Preis nicht blind das Billigste nehmen – die Leistungen vergleichen (Deckungssumme, Ausschlüsse, Selbstbeteiligung). Ein Honorarberater (kein Provisionsverkäufer) kostet einmalig 100 bis 200 Euro für eine Bestandsaufnahme und spart dir langfristig Tausende durch optimierte Verträge und gekündigte Überflüssigkeiten.

Kann ich Versicherungen kündigen, die ich nicht brauche?

Ja – die meisten Versicherungen haben eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Vertragsende (Jahresende oder Ablauf des Versicherungsjahres). Nach einer Beitragserhöhung hast du ein Sonderkündigungsrecht von einem Monat. Kündige schriftlich per Einschreiben und bewahre die Bestätigung auf. Die einzige Versicherung, die du nie kündigen solltest: die Haftpflicht.

Fazit: Drei Versicherungen reichen – der Rest ist Verhandlungssache

Haftpflicht, BU und Krankenversicherung sind Pflicht. Alles andere ist situationsabhängig – prüfe einmal im Jahr, ob deine Versicherungen noch zu deiner Lebenssituation passen, kündige, was du nicht brauchst, und investiere das gesparte Geld lieber in einen ETF-Sparplan. Das ist bessere Vorsorge als jede Glasbruchversicherung.

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