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Berufsunfähigkeitsversicherung für Frauen: Warum gerade Mütter und Teilzeitkräfte sich absichern müssen

Jede vierte Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Berufslebens berufsunfähig – und trotzdem haben erschreckend wenige Frauen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Der Grund? Viele glauben, die gesetzliche Absicherung reiche aus. Ein gefährlicher Irrtum. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt im Durchschnitt bei gerade einmal 950 Euro monatlich – davon kann in Deutschland niemand leben. Besonders für Frauen, die oft in Teilzeit arbeiten, die Kindererziehung übernehmen und dadurch Lücken im Versicherungsverlauf haben, ist die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit eine existenzielle Frage.

Warum Frauen bei der BU-Versicherung besonders gefährdet sind

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit bei Frauen sind psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats und Krebserkrankungen. Frauen in sozialen Berufen – Erzieherinnen, Krankenpflegerinnen, Lehrerinnen – sind besonders betroffen. Hinzu kommt: Wer in Teilzeit arbeitet oder eine Familienauszeit nimmt, hat oft geringere Rentenansprüche und damit eine noch größere Versorgungslücke im Ernstfall. Die private Absicherung wird hier zur Notwendigkeit, nicht zum Luxus.

Was eine gute BU-Versicherung für Frauen leisten muss

Achte bei der Tarifwahl auf folgende Punkte: Verzicht auf abstrakte Verweisung – der Versicherer darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen. Nachversicherungsgarantie – damit du bei Gehaltserhöhung oder Familiengründung die Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Leistung bei psychischen Erkrankungen ohne Einschränkung. Und eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, die bereits bei längerer Krankschreibung zahlt, bevor die Berufsunfähigkeit formal festgestellt wird. Die Beiträge variieren stark: Eine 30-jährige Bürokauffrau zahlt für 1.500 Euro monatliche Rente etwa 50 bis 80 Euro im Monat, eine Erzieherin deutlich mehr.

Der größte Fehler: Zu spät abschließen

Je jünger und gesünder du bist, desto günstiger ist die BU-Versicherung. Wer bereits Vorerkrankungen hat – sei es eine behandelte Depression, Rückenprobleme oder eine Schilddrüsenerkrankung – bekommt entweder Ausschlüsse, Risikozuschläge oder wird sogar abgelehnt. Die Schilddrüse, der Rücken, die Psyche – genau die Diagnosen, die bei Frauen häufig vorkommen, sind bei Versicherern die größten Stolpersteine. Deshalb gilt: So früh wie möglich abschließen, idealerweise schon als Berufseinsteigerin oder Studentin.

Häufig gestellte Fragen zur BU für Frauen

Brauche ich eine BU, wenn ich nur Teilzeit arbeite? Ja, gerade dann. Denn deine gesetzlichen Ansprüche sind bei Teilzeit noch geringer, und du hast im Ernstfall weniger finanzielle Reserven.

Kann ich die BU in der Elternzeit pausieren? Die meisten Tarife bieten keine Beitragsbefreiung während der Elternzeit, aber einige Versicherer ermöglichen eine vorübergehende Beitragsreduzierung. Kündige die BU auf keinen Fall – einen neuen Vertrag zu gleichen Konditionen bekommst du nach der Schwangerschaft nur selten.

Was kostet eine gute BU-Versicherung? Für eine monatliche Rente von 1.500 Euro zahlst du je nach Beruf, Alter und Gesundheitszustand zwischen 40 und 150 Euro monatlich. Das klingt nach viel, ist aber deutlich weniger als das, was du im Ernstfall ohne Absicherung verlierst.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Versicherung, die man „irgendwann mal” abschließt. Jeder Monat ohne Schutz ist ein Monat, in dem du im Ernstfall mit leeren Händen dastehst. Lass dich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten – das ist kostenlos und kann den entscheidenden Unterschied machen.

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