Pflege im Alter kostet in Deutschland durchschnittlich 2.500 bis 4.500 Euro monatlich im Pflegeheim. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt davon nur einen Bruchteil. Den Rest – den sogenannten Eigenanteil – musst du selbst zahlen. Aktuell liegt er bei durchschnittlich 2.600 Euro pro Monat. Wer dieses Geld nicht hat, muss sein Vermögen aufbrauchen, die Immobilie verkaufen oder die eigenen Kinder werden zur Kasse gebeten. Eine Pflegezusatzversicherung schließt genau diese Lücke – und je früher du sie abschließt, desto günstiger ist sie.
Die Versorgungslücke: Was die gesetzliche Pflegeversicherung wirklich zahlt
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkasko-Versicherung – sie deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten. Bei Pflegegrad 3 zahlt sie im Heim aktuell 1.262 Euro monatlich, bei Pflegegrad 5 sind es 2.005 Euro. Klingt nach viel? Die tatsächlichen Heimkosten liegen bei 3.500 bis 5.000 Euro und mehr, je nach Bundesland. Die Differenz – dein Eigenanteil – liegt damit bei 1.500 bis 3.000 Euro monatlich. Das sind bis zu 36.000 Euro im Jahr. Wer kann das aus dem Ersparten bezahlen? Die wenigsten. Und genau hier kommt die private Pflegezusatzversicherung ins Spiel.
Welche Arten der Pflegezusatzversicherung gibt es?
Die gängigsten Modelle sind die Pflegetagegeldversicherung und die staatlich geförderte Pflege-Bahr. Bei der Pflegetagegeldversicherung legst du fest, welchen Betrag du pro Tag bei Pflegebedürftigkeit erhalten möchtest – üblich sind 30 bis 100 Euro täglich. Die Pflege-Bahr wird staatlich mit 5 Euro monatlich bezuschusst und hat den Vorteil, dass keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist – allerdings sind die Leistungen begrenzt. Für die meisten Frauen ist eine Kombination aus beiden Modellen sinnvoll. Ein Vergleich lohnt sich: Die Beiträge variieren je nach Anbieter um bis zu 50 Prozent für die gleiche Leistung.
Pflegebedürftigkeit ist kein Szenario, das nur „die anderen” betrifft. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens pflegebedürftig zu werden, liegt für Frauen bei über 70 Prozent. Eine gute Absicherung – für den Beruf und fürs Alter – ist keine optionale Versicherung, sondern eine existenzielle Entscheidung. Je jünger du bist, desto günstiger der Einstieg. Warte nicht, bis es zu spät ist.


