Über Geld redet man nicht. Schon gar nicht als Frau. Zumindest war das lange die ungeschriebene Regel in Deutschland. Das Ergebnis: Frauen investieren deutlich seltener als Männer, obwohl sie statistisch gesehen die besseren Anleger sind – weil sie geduldiger und weniger risikobereit agieren. Wenn du zu den 80 Prozent der Frauen gehörst, die ihr Geld auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto liegen haben und zusehen, wie die Inflation es auffrisst, dann ist dieser Artikel für dich.
Warum das Sparbuch dein Geld vernichtet
Bei einer Inflation von drei Prozent und einem Sparzins von einem Prozent verliert dein Geld jedes Jahr zwei Prozent an Kaufkraft. Aus 10.000 Euro auf dem Sparbuch werden nach zehn Jahren nur noch rund 8.200 Euro in realer Kaufkraft. Das Geld schrumpft, während du zusehst. Aktien und ETFs hingegen haben über die letzten 50 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 7 bis 9 Prozent pro Jahr erzielt – trotz aller Krisen. Wer 10.000 Euro in einen breit gestreuten ETF investiert hätte, hätte nach zehn Jahren rund 20.000 Euro. Der Unterschied ist gewaltig.
ETF-Sparplan: So einfach ist der Einstieg wirklich
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Fonds, der einen Index wie den MSCI World nachbildet. Statt einzelne Aktien zu kaufen, investierst du mit einem einzigen ETF in Hunderte oder Tausende von Unternehmen weltweit. Das streut dein Risiko maximal. Ein ETF-Sparplan funktioniert wie ein Dauerauftrag: Du legst fest, wie viel du monatlich investieren möchtest – schon ab 25 Euro geht es los – und die Bank kauft automatisch jeden Monat ETF-Anteile für dich. Du musst dich um nichts kümmern. Ein Depot eröffnest du kostenlos bei Direktbanken wie ING, Scalable Capital oder Trade Republic. Die Eröffnung dauert 15 Minuten, und den Sparplan hast du in fünf Minuten eingerichtet.
Der größte Fehler: Nicht anfangen
Viele Frauen schieben das Investieren vor sich her, weil sie glauben, sie müssten erst „genug wissen”. Aber das Einzige, was du wirklich wissen musst: Langfristiges, breit gestreutes Investieren in einen ETF ist die beste Strategie, die auch von Finanzexperten wie Gerd Kommer und den Verbraucherzentralen empfohlen wird. Fang mit einem kleinen Betrag an, gewöhne dich an die Schwankungen, und erhöhe den Betrag, wenn du dich sicher fühlst. Das Wichtigste ist, dass du anfängst – denn jeder Monat, in dem dein Geld nicht investiert ist, kostet dich Rendite. Und die beste Zeit anzufangen ist immer: jetzt. Die Altersvorsorge beginnt mit dem ersten Sparplan.


