Du bist in Elternzeit, genießt die Zeit mit deinem Baby – und merkst gleichzeitig, dass das Elterngeld hinten und vorne nicht reicht. Ein Minijob könnte die Lösung sein: Bis zu 538 Euro im Monat dazuverdienen, steuer- und sozialabgabenfrei. Doch bevor du loslegst, gibt es einige Regeln, die du kennen musst, damit du weder dein Elterngeld gefährdest noch Ärger mit dem Arbeitgeber bekommst.
Darfst du während der Elternzeit überhaupt arbeiten?
Ja, und zwar bis zu 32 Stunden pro Woche. Das ist vielen Müttern nicht bewusst – sie denken, Elternzeit bedeutet komplettes Arbeitsverbot. Tatsächlich erlaubt das Bundeselterngeldgesetz ausdrücklich eine Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit, und ein Minijob fällt ohnehin darunter. Du brauchst allerdings die Zustimmung deines Arbeitgebers, wenn du den Minijob bei einem anderen Unternehmen aufnimmst. Bei deinem eigenen Arbeitgeber hast du sogar einen Rechtsanspruch auf Teilzeit, wenn das Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter hat.
Wie wirkt sich der Minijob auf das Elterngeld aus?
Hier wird es etwas kompliziert, aber es lohnt sich, die Rechnung zu verstehen. Wenn du Basiselterngeld beziehst, wird dein Minijob-Verdienst angerechnet – das Elterngeld sinkt, aber nicht Euro für Euro. Durch die Anrechnungsformel bleibt dir trotzdem mehr Geld als ohne Minijob. Bei ElterngeldPlus ist die Situation oft günstiger: Da ElterngeldPlus ohnehin niedriger ausfällt, ist die Anrechnung geringer und der Zugewinn durch den Minijob proportional höher. Konkret: Wer ohne Minijob 900 Euro Elterngeld bekommt und 450 Euro dazuverdient, hat am Ende nicht 1.350 Euro, sondern etwa 1.100 bis 1.200 Euro – aber eben mehr als die 900 Euro ohne Nebenjob.
Die besten Minijobs für Mütter in Elternzeit
Flexibilität ist das A und O. Homeoffice-Jobs wie virtuelle Assistenz, Texterstellung, Datenerfassung oder Social-Media-Betreuung lassen sich perfekt um den Babyschlaf herum organisieren. Abendschichten im Einzelhandel oder in der Gastronomie funktionieren gut, wenn der Partner oder eine Betreuungsperson abends einspringt. Babysitten für andere Familien – ironischerweise einer der beliebtesten Minijobs für Mütter, weil man das eigene Kind mitbringen kann. Und Online-Nachhilfe am Abend, wenn das eigene Kind schläft.
Ein Minijob in der Elternzeit ist kein Zeichen dafür, dass das Geld nicht reicht – er ist ein kluger Schachzug, der dir finanzielle Luft verschafft, den Kontakt zum Berufsleben hält und dir etwas gibt, das nur dir gehört. Informiere dich, rechne durch und starte, wenn die Zeit dafür reif ist.


