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Versicherungen für Frauen: Welche Policen du wirklich brauchst und welche du kündigen kannst

Deutsche haben im Durchschnitt sechs Versicherungen – viele davon unnötig, während die wirklich wichtigen oft fehlen. Besonders Frauen sind häufig unterversichert: Die Berufsunfähigkeitsversicherung fehlt, die Altersvorsorge ist durch Teilzeit und Elternzeit lückenhaft, und die private Haftpflicht läuft noch über die Eltern. Zeit, den Versicherungsordner aufzuräumen – hier erfährst du, welche Versicherungen du brauchst, welche du kündigen kannst und wo du zu viel zahlst.

Pflicht: Diese Versicherungen brauchst du unbedingt

Private Haftpflichtversicherung ist die wichtigste Versicherung überhaupt – sie zahlt, wenn du jemand anderem Schaden zufügst, und schützt dich vor existenzbedrohenden Forderungen. Kosten: ab 50 Euro im Jahr für Einzelpersonen, ab 70 Euro für Familien. Ein umgestürztes Fahrrad auf einem Tesla, ein Wasserschaden in der Mietwohnung oder ein Fußgänger, den du mit dem Rad anfährst – ohne Haftpflicht zahlst du das aus eigener Tasche, und die Summen können schnell sechsstellig werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung ist die zweitwichtigste – und die, die am häufigsten fehlt, besonders bei Frauen. Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig, und die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht kaum zum Leben. Eine BU-Versicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Schließe sie so früh wie möglich ab – je jünger und gesünder du bist, desto günstiger ist sie.

Sehr sinnvoll: Altersvorsorge und Absicherung

Die gesetzliche Rente allein reicht nicht – besonders nicht für Frauen, die durch Teilzeit, Elternzeit und geringere Gehälter weniger in die Rentenkasse einzahlen. Die durchschnittliche Rente für Frauen in Deutschland liegt bei unter 900 Euro – weit unter dem Existenzminimum. Private Altersvorsorge ist deshalb keine Option, sondern Notwendigkeit: Riester-Rente (besonders attraktiv für Mütter durch Kinderzulagen), betriebliche Altersvorsorge, ETF-Sparplan oder private Rentenversicherung.

Risiko-Lebensversicherung ist sinnvoll, wenn andere Menschen finanziell von dir abhängig sind – Partner, Kinder. Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen und kostet je nach Alter und Summe 10 bis 30 Euro monatlich. Keine Kapital-Lebensversicherung – die ist teuer und bringt wenig Rendite. Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein, wenn du zur Miete wohnst (Mietrechtsschutz), angestellt bist (Arbeitsrechtsschutz) oder viel Auto fährst (Verkehrsrechtsschutz). Allgemeiner Rechtsschutz kostet 200 bis 400 Euro im Jahr.

Unnötig: Diese Versicherungen kannst du kündigen

Handyversicherung, Brillenversicherung, Reisegepäckversicherung und Glasversicherung – diese Policen kosten mehr, als sie je leisten. Die Prämien über die Jahre übersteigen oft den Wert des versicherten Gegenstands, und die Ausschlüsse sind so umfangreich, dass im Schadensfall häufig nicht gezahlt wird. Sterbegeldversicherung ist ebenfalls überflüssig – das Geld ist in einem Sparplan besser angelegt.

Kapital-Lebensversicherung: Wenn du bereits eine hast, prüfe, ob sich Kündigung oder Beitragsfreistellung lohnt. Neue Kapital-Lebensversicherungen abzuschließen lohnt sich seit Jahren nicht mehr – die Rendite liegt unter der Inflation. Trenne Sparen und Versichern: Eine Risiko-Lebensversicherung für den Todesfallschutz und einen ETF-Sparplan für den Vermögensaufbau ist in fast jedem Fall die bessere Kombination. Mehr zum Thema Geld findest du in unserem Steuererklärung-Ratgeber.

FAQ: Häufige Fragen

Brauche ich eine Zahnzusatzversicherung?

Kann sinnvoll sein, wenn du mit teurem Zahnersatz rechnest (Implantate, Kronen). Schließe sie ab, bevor Behandlungen anstehen – bei bereits geplanten Maßnahmen greift der Schutz nicht. Achte auf die Wartezeit (oft acht Monate) und die Erstattungshöhe. Alternativ: Leg monatlich 20 Euro auf ein separates Zahnkonto und bezahle selbst.

Muss ich meine Versicherungen jährlich prüfen?

Ja, mindestens einmal im Jahr – am besten nach einer Lebensveränderung: Umzug, Heirat, Geburt, Jobwechsel, Scheidung. Prüfe, ob die Deckungssummen noch passen, ob du Policen zusammenlegen kannst und ob es günstigere Anbieter gibt. Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox helfen beim Preisvergleich.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das hängt von Alter, Beruf und Gesundheitszustand ab. Eine 30-jährige Bürokauffrau zahlt für eine BU-Rente von 1.500 Euro monatlich etwa 50 bis 80 Euro im Monat. Handwerkliche Berufe sind teurer, akademische oft günstiger. Je früher du abschließt, desto günstiger – mit 25 zahlst du deutlich weniger als mit 40.

Fazit: Weniger Versicherungen, aber die richtigen

Du brauchst nicht viele Versicherungen – du brauchst die richtigen. Haftpflicht, Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge sind Pflicht. Alles andere ist situationsabhängig. Kündige, was du nicht brauchst, investiere das gesparte Geld in die wirklich wichtigen Policen, und prüfe einmal im Jahr, ob dein Schutz noch zu deinem Leben passt.

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