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Altersvorsorge für Frauen: Warum die Rentenlücke Frauen härter trifft und wie du sie jetzt schließt

Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt 40 Prozent weniger Rente als Männer – nicht weil sie weniger gearbeitet haben, sondern weil sie für Kinder und Pflege beruflich zurückgesteckt haben, häufiger in Teilzeit waren und weniger in Branchen verdient haben, die hohe Gehälter zahlen. Die durchschnittliche Rente einer Frau in Westdeutschland liegt bei etwa 800 Euro im Monat. Davon lässt sich nicht leben. Die Altersvorsorge ist für Frauen deshalb keine Kür, sondern existenziell.

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente ist die erste Säule – aber sie allein reicht nicht. Wer 45 Jahre lang den Durchschnittslohn verdient, bekommt etwa 1.600 Euro Rente brutto. Die meisten Frauen haben aber keine 45 Jahre Vollzeiterwerbstätigkeit, sondern Lücken durch Elternzeit, Teilzeit und Pflegezeiten. Pro Kind gibt es zwar Erziehungsjahre (aktuell etwa drei Rentenpunkte, also rund 115 Euro monatliche Rente pro Kind), aber das gleicht die Einbußen nicht aus.

Die betriebliche Altersvorsorge ist die zweite Säule: Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung – du zahlst einen Teil deines Bruttogehalts vor Steuern und Sozialabgaben in eine Betriebsrente ein, der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent Zuschuss geben. Das lohnt sich besonders bei gutem Arbeitgeberzuschuss. Die dritte Säule ist die private Vorsorge: ETF-Sparplan, Riester-Rente (bei Kindern wegen der Zulagen interessant), private Rentenversicherung oder Immobilie. Details zum ETF-Sparplan in unserem ETF-Ratgeber.

Rentenlücke berechnen: So findest du heraus, was dir fehlt

Die Renteninformation, die du jährlich von der Deutschen Rentenversicherung bekommst, zeigt deine prognostizierte gesetzliche Rente. Ziehe davon Steuern und Krankenversicherungsbeiträge ab (zusammen etwa 20 Prozent) – das ist dein verfügbares Netto. Vergleiche es mit dem, was du zum Leben brauchst (80 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens als Faustregel). Die Differenz ist deine Rentenlücke – und genau die musst du privat schließen.

Ein Beispiel: Du verdienst heute 2.500 Euro netto und brauchst im Alter 2.000 Euro. Deine prognostizierte gesetzliche Rente beträgt nach Abzügen 1.000 Euro netto. Deine Rentenlücke: 1.000 Euro im Monat. Um diese Lücke über 25 Jahre Rentenzeit zu schließen, brauchst du bei konservativer Anlage ein Vermögen von 300.000 bis 400.000 Euro. Klingt viel – aber mit einem ETF-Sparplan von 300 Euro monatlich über 25 Jahre und durchschnittlich sechs Prozent Rendite erreichst du rund 200.000 Euro. Je früher du anfängst, desto weniger musst du monatlich sparen.

FAQ: Häufige Fragen

Lohnt sich Riester noch?

Für Mütter mit Kindern kann sich Riester wegen der Kinderzulagen lohnen: 300 Euro pro Kind und Jahr plus 175 Euro Grundzulage – bei zwei Kindern sind das 775 Euro jährlich vom Staat, selbst wenn du nur den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr zahlst. Ohne Kinder und bei hohem Einkommen sind ETF-Sparpläne in der Regel renditestarker und flexibler als Riester-Verträge.

Was ist, wenn ich Teilzeit arbeite und kaum Geld zum Sparen habe?

Auch kleine Beträge zählen: 50 Euro im Monat in einen ETF-Sparplan über 20 Jahre ergeben bei sechs Prozent Rendite rund 23.000 Euro – das ist kein Vermögen, aber ein Anfang. Prüfe außerdem, ob du Anspruch auf einen Versorgungsausgleich aus einer früheren Ehe hast, ob dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge mit Zuschuss anbietet und ob du freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen kannst, um Lücken zu schließen.

Fazit: Jeder Euro und jedes Jahr zählt

Die Rentenlücke schließt sich nicht von allein – aber mit einem Plan, einem ETF-Sparplan und dem Wissen, dass jeder angefangene Monat zählt, ist sie schließbar. Rechne deine Lücke aus, fang mit dem an, was du dir leisten kannst, und erhöhe den Betrag bei jeder Gehaltserhöhung. Dein zukünftiges Ich wird dir danken – und zwar 30 Jahre lang, jeden Monat.

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