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ETF-Sparplan für Frauen: Wie du mit 25 Euro im Monat anfängst, dein Geld für dich arbeiten zu lassen

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und unterbrechen ihre Karriere für Kinder – und investieren trotzdem seltener als Männer. Das Ergebnis: eine durchschnittliche Rentenlücke von über 40 Prozent. Dabei ist Geldanlage kein Männerthema und kein Hexenwerk. Ein ETF-Sparplan ist der einfachste, günstigste und zeitlich sparsamste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen – und du brauchst dafür weder ein Wirtschaftsstudium noch ein großes Startkapital.

Was ist ein ETF und warum ist er so beliebt?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Fonds, der einen ganzen Aktienindex nachbildet – zum Beispiel den MSCI World, der über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern enthält. Statt eine einzelne Aktie zu kaufen und zu hoffen, dass genau dieses Unternehmen gut läuft, kaufst du mit einem einzigen ETF einen Querschnitt der Weltwirtschaft. Wenn ein Unternehmen schlecht läuft, fangen die anderen das auf – das nennt sich Diversifikation, und es ist der beste Schutz gegen Verluste.

ETFs sind günstiger als klassische Fonds, weil kein teurer Fondsmanager aktiv Aktien auswählt – der ETF folgt einfach dem Index. Die jährlichen Kosten (TER) liegen bei 0,1 bis 0,5 Prozent statt ein bis zwei Prozent bei aktiven Fonds. Studien zeigen, dass über 90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds langfristig schlechter abschneiden als ihr Vergleichsindex – du zahlst also mehr für weniger Rendite. Mehr zu deiner langfristigen Vorsorge findest du in unserem Altersvorsorge-Ratgeber.

Depot eröffnen: So startest du in 30 Minuten

Für einen ETF-Sparplan brauchst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder ING bieten kostenlose Depots und kostenlose ETF-Sparpläne an. Die Eröffnung funktioniert komplett online: Persönliche Daten eingeben, Identifikation per Video-Ident und innerhalb weniger Tage ist das Depot aktiv.

Dann richtest du einen Sparplan ein: Du wählst den ETF (zum Beispiel einen MSCI World ETF von iShares oder Vanguard), legst die monatliche Sparrate fest (ab 25 Euro möglich) und bestimmst den Ausführungstag. Ab dann kauft der Broker automatisch jeden Monat für dich – du musst nichts weiter tun. Kein Markttiming, kein Stress, kein tägliches Kursechecken. Der Sparplan läuft, und du lebst dein Leben.

Welcher ETF ist der richtige?

Für Anfängerinnen reicht ein einziger ETF: ein breit gestreuter Welt-ETF. Der MSCI World deckt die Industrieländer ab und ist der Klassiker. Wer auch Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien einbeziehen will, nimmt den MSCI All Country World Index (ACWI) oder einen FTSE All-World ETF. Damit hast du mit einem einzigen Produkt über 3.000 Unternehmen weltweit im Depot – einfacher geht es nicht.

Thesaurierend oder ausschüttend? Thesaurierende ETFs reinvestieren die Dividenden automatisch – das ist für den langfristigen Vermögensaufbau optimal, weil der Zinseszinseffekt voll wirkt. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden auf dein Konto aus – schön, wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest, aber für den Aufbau weniger effizient. Für den Sparplan empfehlen sich thesaurierende Varianten.

Was du wissen musst: Risiko und Rendite

ETFs schwanken im Wert – das ist normal und kein Grund zur Panik. Der MSCI World hat in den letzten 50 Jahren durchschnittlich sieben bis acht Prozent Rendite pro Jahr erzielt – inklusive aller Crashs, Krisen und Korrekturen. Wer 200 Euro monatlich bei sieben Prozent Rendite 30 Jahre lang spart, hat am Ende über 230.000 Euro – bei nur 72.000 Euro eingezahltem Geld. Der Rest sind Zinsen und Zinseszinsen.

Die wichtigste Regel: Nicht verkaufen, wenn die Kurse fallen. Jeder Crash in der Geschichte der Börse wurde irgendwann wieder aufgeholt – aber nur für die, die investiert geblieben sind. Ein Sparplan ist sogar in Crashphasen vorteilhaft, weil du für dieselbe Summe mehr Anteile kaufst (Cost-Average-Effekt). Investiere nur Geld, das du mindestens zehn bis 15 Jahre nicht brauchst – dann kannst du Schwankungen aussitzen.

FAQ: Häufige Fragen

Brauche ich zuerst einen Notgroschen?

Ja. Bevor du investierst, solltest du drei bis sechs Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto haben – für unerwartete Ausgaben wie Autoreparaturen, Waschmaschine oder Jobverlust. Erst wenn der Notgroschen steht, geht das Geld darüber hinaus in den ETF-Sparplan. Den Notgroschen nie investieren, sondern liquide halten. Tipps dafür gibt es auch in unserem Haushaltsbuch-Ratgeber.

Was ist mit Steuern?

Auf Gewinne aus ETFs zahlst du 25 Prozent Kapitalertragssteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer. Aber: Es gibt einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Paare) – Gewinne bis zu dieser Grenze sind steuerfrei. Richte einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker ein, damit die Steuer automatisch richtig abgerechnet wird.

Fazit: Anfangen ist wichtiger als den perfekten ETF finden

Der größte Fehler beim Investieren ist, nicht anzufangen. Der zweitgrößte ist, aufzuhören. Ein ETF-Sparplan mit 50 oder 100 Euro im Monat auf einen Welt-ETF ist für die allermeisten Frauen die richtige Strategie – einfach, günstig, breit gestreut. Eröffne ein Depot, richte den Sparplan ein und lass die Zeit und den Zinseszins für dich arbeiten. Dein 65-jähriges Ich wird dir danken.

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