Ein Staudenbeet ist das Gegenteil von Arbeit – einmal angelegt, blueht es jahrelang, wird jedes Jahr voller und schoener und braucht nur minimale Pflege. Stauden sind mehrjaehrige Pflanzen, die im Winter oberirdisch absterben und im Fruehling aus der Wurzel neu austreiben – du pflanzt sie einmal und erntest jahrzehntelang Blueten, Duft und Bienennahrung. Im Gegensatz zu einjaehrigen Sommerblumen, die jedes Jahr neu gekauft und gepflanzt werden muessen, sind Stauden eine einmalige Investition, die sich jaehrlich vervielfacht – buchstaeblich, denn die meisten Stauden lassen sich nach ein paar Jahren teilen und vermehren.
Die Planung: Bluetezeiten staffeln fuer ganzjaehrige Farbe
Der haeufigste Fehler bei Staudenbeeten: Alles blueht im Juni, und den Rest des Jahres sieht das Beet langweilig aus. Die Loesung ist ein durchdachter Pflanzplan, der Stauden mit unterschiedlichen Bluetezeiten kombiniert, sodass von Maerz bis November immer etwas blueht. Fruehjahr (Maerz bis Mai): Primel, Bergenie, Lungenkraut und Vergissmeinnicht oeffnen die Saison, gefolgt von Pfingstrosen und Schwertlilien. Sommer (Juni bis August): Rittersporn, Phlox, Sonnenhut und Lavendel uebernehmen – die Hauptsaison, in der das Beet am ueppigsten ist. Herbst (September bis November): Herbstastern, Fetthenne, Herbstanemone und Graeser (die im Herbst ihre schoenste Faerbung zeigen) tragen die Farbe bis zum ersten Frost.
Neben der Bluetezeit solltest du auch die Hoehe staffeln: Hohe Stauden (100 bis 200 Zentimeter – Rittersporn, Sonnenhut, Phlox) nach hinten oder in die Mitte, mittlere (40 bis 80 Zentimeter – Frauenmantel, Storchschnabel, Salbei) davor, niedrige Bodendecker (10 bis 30 Zentimeter – Thymian, Blaukissen, Immergruen) am Rand. Diese Staffelung erzeugt Tiefe und laesst auch in kleinen Beeten alles zur Geltung kommen. Graeser (Lampenputzergras, Chinaschilf, Federborstengras) bringen Bewegung und Struktur ins Beet und sehen auch im Winter mit Raureif ueberzogen wunderschoen aus. Zum Thema Garten auch unser Obstbaum-Ratgeber.
Fuenf pflegeleichte Stauden-Kombinationen fuer Anfaenger
Die einfachste Kombination fuer ein sonniges Beet: Lavendel, Storchschnabel (Geranium) und Frauenmantel. Alle drei sind trockenheitstolerant, krankheitsresistent und bluehhfreudig. Der Lavendel bringt Duft und Struktur, der Storchschnabel bedeckt den Boden mit einer Flut aus blauen oder rosa Blueten und der Frauenmantel fuellt mit seinen hellgruenen Blaettern und zarten gelben Blueten jede Luecke. Fuer halbschattige Plaetze: Hosta (Funkie), Astilbe und Farne – drei Pflanzen, die im Schatten gedeihen, wo Rasen aufgibt, und ein ueberraschend luxurioeses, tropisches Flair erzeugen.
Fuer ein natuerliches, wiesenartiges Beet: Schafgarbe, Sonnenhut (Echinacea), Ziersalbei und Prachtkerze (Gaura) – locker gepflanzt, mit Graesern durchmischt, sieht es aus wie eine Praeriewiese und braucht kaum Pflege ausser einem Rueckschnitt im Fruehjahr. Die Pflanzen saeen sich teilweise selbst aus und das Beet veraendert sich von Jahr zu Jahr auf natuerliche, charmante Weise. Pro Quadratmeter Beetflaeche rechnest du mit fuenf bis acht Stauden (je nach Groesse) – ein zehn Quadratmeter grosses Beet braucht also 50 bis 80 Pflanzen, was beim Staudenkauf im Gartenmarkt 100 bis 300 Euro kostet. Die guenstigere Alternative: Stauden bei Staudengartnereien online bestellen (groessere Auswahl, guenstigere Preise) oder von Nachbarn und Gartenfreunden Teilstuecke geschenkt bekommen – Staudenteilen ist unter Gaertnern die verbreitetste Waehrung.
Fazit: Ein Staudenbeet ist der klügste Garten, den du anlegen kannst
Einmal pflanzen, jahrelang geniessen – kein anderes Gartenelement bietet so viel Schoenheit fuer so wenig Aufwand. Plane die Bluetezeiten gestaffelt, waehle pflegeleichte Sorten, die zu deinem Standort passen, und gib dem Beet im ersten Jahr genuegend Wasser zum Anwachsen. Danach laeuft es fast von allein – und wird jedes Jahr schoener, voller und lebendiger. Dein Garten wartet darauf, ein Staudenbeet zu bekommen.


