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Welchen Kopfschmerz habe ich? So unterscheidest du Spannungskopfschmerz, Migraene und Clusterkopfschmerz – und findest die richtige Behandlung

Welchen Kopfschmerz habe ich? So unterscheidest du Spannungskopfschmerz, Migraene und Clusterkopfschmerz – und findest die richtige Behandlung

Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen – aber die meisten Menschen behandeln sie so: Tablette rein, weiter machen. Das funktioniert bei gelegentlichem Spannungskopfschmerz, aber bei Migraene ist die Standardtablette oft wirkungslos, und bei Clusterkopfschmerzen braucht man eine voellig andere Behandlung. Wenn du regelmaessig unter Kopfschmerzen leidest und die bisherige Behandlung nicht funktioniert, liegt es wahrscheinlich daran, dass du den falschen Kopfschmerztyp behandelst. Die richtige Diagnose ist der erste Schritt zur richtigen Therapie.

Spannungskopfschmerz: Der haeufigste Typ

Spannungskopfschmerz fuehlt sich an wie ein Schraubstock um den Kopf – ein dumpfer, drueckender, nicht pulsierender Schmerz, der beidseitig auftritt (Stirn, Schläfen, Hinterkopf) und leicht bis mittelschwer ist. Du kannst mit Spannungskopfschmerz arbeiten, Sport machen und funktionieren – er ist laestig, aber nicht lahmend. Kein Erbrechen, keine Lichtempfindlichkeit (oder nur minimal) und keine Aura. Ausloeser: Stress, Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Schlafmangel, Dehydration und zu viel Bildschirmzeit. Behandlung: Ibuprofen (400 mg) oder Paracetamol (1.000 mg) wirken zuverlaessig. Langfristig: Stressmanagement, regelmaessige Pausen bei Bildschirmarbeit, Nackendehnungen und genuegend Wasser.

Migraene: Einseitig, pulsierend, lahmend

Migraene ist eine neurologische Erkrankung, kein normaler Kopfschmerz. Der Schmerz ist einseitig (wechselt manchmal die Seite), pulsierend oder pochend, mittel bis stark und wird durch koerperliche Aktivitaet schlimmer (Treppensteigen, Buecken). Begleitsymptome: Uebelkeit und Erbrechen, Licht- und Laermempfindlichkeit, manchmal Aura (Sehstörungen, Kribbeln, Sprachstoerungen) 15 bis 60 Minuten vor dem Kopfschmerz. Eine Migraene-Attacke dauert vier bis 72 Stunden und macht dich oft arbeitsunfaehig. Ibuprofen und Paracetamol helfen bei leichten Attacken, bei mittleren bis schweren sind Triptane wirksamer. Bei mehr als vier Attacken pro Monat: Prophylaxe besprechen. Zum Thema Migraene auch unser Migraene-Ratgeber.

Clusterkopfschmerz: Selten, aber der schlimmste Schmerz, den ein Mensch erleben kann

Clusterkopfschmerz betrifft nur 0,1 Prozent der Bevoelkerung (Maenner haueufiger als Frauen), ist aber erwaehnenswert, weil er oft jahrelang fehldiagnostiziert wird. Der Schmerz ist streng einseitig, stechend-bohrend und hinter dem Auge lokalisiert – so intensiv, dass Betroffene unruhig umherlaufen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen oder Selbstmordgedanken haben (Clusterkopfschmerz wird auch Selbstmordkopfschmerz genannt). Die Attacken dauern 15 bis 180 Minuten und treten in Clustern auf: Mehrmals taeglich ueber Wochen bis Monate, dann monatelange schmerzfreie Phasen. Begleitsymptome: Traenendes Auge, laufende oder verstopfte Nase, haengendes Augenlid und Pupillenverengung – alles auf der betroffenen Seite. Behandlung: Sauerstoffinhalation (100 Prozent Sauerstoff ueber Maske) und Sumatriptan-Spritze – orale Schmerzmittel wirken zu langsam. Wenn du diese Symptome erkennst: Zum Neurologen, nicht zum Hausarzt.

Fazit: Kenne deinen Kopfschmerz – dann findest du die richtige Behandlung

Dumpf, beidseitig, drueckend = Spannungskopfschmerz (Ibuprofen, Stressabbau). Einseitig, pulsierend, mit Uebelkeit = Migraene (Triptane, Prophylaxe ab vier Attacken monatlich). Einseitig, stechend, hinter dem Auge, mit traenendem Auge = Clusterkopfschmerz (Sauerstoff, Neurologe). Fuehre ein Kopfschmerztagebuch (wann, wie lange, wie stark, welche Begleitsymptome, was hilft) und nimm es zum naechsten Arzttermin mit. Dein Kopfschmerz hat eine Ursache und eine Behandlung – du musst nur den richtigen Namen dafuer finden.

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