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Bausparvertrag 2026: Lohnt er sich noch, wann du kündigen solltest und für wen er trotz niedriger Rendite Sinn macht

Bausparvertrag 2026: Lohnt er sich noch, wann du kuendigen solltest und fuer wen er trotz niedriger Rendite Sinn macht

Der Bausparvertrag ist so deutsch wie Schwarzbrot und Kehrwoche – rund 25 Millionen Bausparverträge gibt es in Deutschland. Dein Bankberater hat dir wahrscheinlich einen empfohlen, deine Eltern haben dir einen zur Geburt abgeschlossen und du zahlst seit Jahren ein, ohne genau zu wissen, ob sich das lohnt. Die ehrliche Antwort: Für die meisten Menschen lohnt sich ein Bausparvertrag 2026 nicht mehr als Geldanlage – aber für eine spezifische Gruppe bleibt er ein sinnvolles Instrument.

Wie ein Bausparvertrag funktioniert

Ein Bausparvertrag besteht aus zwei Phasen: In der Sparphase zahlst du regelmäßig in den Vertrag ein (typischerweise vier bis sieben Jahre) und erhältst darauf Zinsen – aktuell meist 0,01 bis 0,25 Prozent. Wenn du die vereinbarte Mindestsparsumme (meist 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme) erreicht hast und der Vertrag zuteilungsreif ist, kannst du in die Darlehensphase eintreten: Du erhältst ein Bauspardarlehen über die verbleibende Summe, zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten Zinssatz. Der Clou: Dieser Darlehenszins steht bereits bei Abschluss fest und ändert sich nicht, egal wie sich die Marktzinsen entwickeln.

Das bedeutet: In Zeiten niedriger Zinsen (wie bis 2022) machte ein Bausparvertrag als Zinsabsicherung wenig Sinn, weil du dir einen niedrigen Zins sichern wolltest, den du auch am Markt bekamst. In Zeiten steigender Zinsen (wie jetzt) kann es sinnvoll sein, sich heute einen festen, günstigen Darlehenszins für in fünf bis sieben Jahren zu sichern – wenn du tatsächlich planst, eine Immobilie zu kaufen oder zu renovieren. Die Abschlussgebuehr von ein bis 1,6 Prozent der Bausparsumme und die winzigen Sparzinsen machen den Bausparvertrag als reine Geldanlage unattraktiv – ein ETF-Sparplan bringt historisch sieben bis neun Prozent Rendite pro Jahr. Zum Thema Geldanlage auch unser ETF-Ratgeber.

Für wen sich der Bausparvertrag 2026 lohnt

Für junge Familien, die in fünf bis zehn Jahren eine Immobilie kaufen oder bauen wollen und sich den heutigen Darlehenszins sichern möchten – als Zinssicherungsinstrument, nicht als Sparanlage. Für Eigenheimbesitzer, die in einigen Jahren eine größere Renovierung planen (neues Dach, neue Heizung, energetische Sanierung) und dafür ein günstiges Darlehen brauchen werden. Für Geringverdiener und Familien mit Kindern, die Anspruch auf die Wohnungsbauprämie (70 Euro pro Person und Jahr, 140 Euro für Verheiratete) und die Arbeitnehmer-Sparzulage (43 Euro pro Jahr bei vermögenswirksamen Leistungen) haben – diese staatlichen Zulagen verbessern die Rendite des Bausparvertrags erheblich.

Wann du kündigen solltest

Wenn du keinen Immobilienkauf planst, keinen Renovierungsbedarf hast und keinen Anspruch auf staatliche Förderung hast – dann ist das Geld in einem ETF-Sparplan besser aufgehoben. Kündige den Vertrag, lass dir das Guthaben auszahlen (die Kündigungsfrist beträgt drei bis sechs Monate je nach Tarif) und investiere es vernünftiger. Die Abschlussgebuehr, die du bereits gezahlt hast, ist versunkenes Geld – sie sollte deine Entscheidung nicht beeinflussen. Ein Fehler aus der Vergangenheit ist kein Grund, ihn in die Zukunft weiterzuführen.

Fazit: Werkzeug für Immobilienkäufer, nicht für Sparer

Der Bausparvertrag ist kein Sparprodukt – er ist ein Zinsabsicherungsinstrument. Wenn du in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Immobilie kaufen oder renovieren willst, kann er sinnvoll sein. Für alle anderen: ETF-Sparplan statt Bausparvertrag. Und wenn du einen alten Vertrag hast, der vor sich hin vegetiert: Prüfe, ob er dir noch nützt – und wenn nicht, befreie dein Geld.

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