Magnesium ist an ueber 600 enzymatischen Reaktionen in deinem Koerper beteiligt – Muskelkontraktion, Nervenleitung, Energieproduktion, Knochenbildung, Herzrhythmus und Blutzuckerregulation. Es ist eines der wichtigsten Mineralstoffe ueberhaupt – und eines der am haeufigsten fehlenden. Schaetzungen zufolge erreichen 30 bis 40 Prozent der Deutschen nicht die empfohlene Tagesdosis, und bei Frauen in bestimmten Lebensphasen (Schwangerschaft, Stillzeit, Menstruation, Stress, Sport) ist der Bedarf nochmal erhoeht.
Symptome eines Magnesiummangels
Muskelkraempfe, besonders Wadenkraempfe nachts, sind das bekannteste Zeichen – aber bei Weitem nicht das einzige. Augenzucken (dieses nervige Flattern am Unterlid, das tagelang nicht aufhoert), innere Unruhe und Nervositaet, Schlafstörungen (Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen), Kopfschmerzen und Migraene, Verstopfung, Herzrasen oder Herzstolpern und erhoehte Stressempfindlichkeit koennen alle auf einen Magnesiummangel hinweisen. Das Problem: Magnesium wird im Blut nicht zuverlaessig gemessen – nur ein Prozent des Koerpermagnesiums befindet sich im Blut, der Rest in Knochen, Muskeln und Zellen. Der Blutserumspiegel kann normal sein, waehrend die Speicher laengst leer sind.
Besonders betroffen sind Frauen, die regelmaessig Sport treiben (Magnesium wird ueber den Schweiss verloren), die unter Stress stehen (Stresshormone erhoehen die Magnesiumausscheidung ueber die Nieren), die die Pille nehmen (orale Kontrazeptiva senken den Magnesiumspiegel), die schwanger sind oder stillen (erhoehter Bedarf) und die viel Kaffee oder Alkohol trinken (beide foerdern die Magnesiumausscheidung). Wenn du regelmaessig Wadenkraempfe hast, schlecht schlaefst und dich innerlich angespannt fuehlst, ist ein Versuch mit Magnesium-Supplementierung sinnvoll – auch ohne Bluttest. Zum Thema Naehrstoffe auch unser Vitamin-D-Ratgeber.
Welche Form und wie viel
Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 300 bis 400 mg fuer erwachsene Frauen – in der Schwangerschaft und Stillzeit 350 bis 450 mg. Ueber die Ernaehrung erreichst du das mit: Kuerbiskernen (535 mg pro 100 g), dunkler Schokolade (176 mg), Cashewnuessen (292 mg), Spinat (79 mg), Haferflocken (138 mg), Bananen (27 mg) und Huelsenfruechten (verschiedene, alle magnesiumreich). Eine abwechslungsreiche Ernaehrung deckt den Grundbedarf – aber bei erhoehtem Bedarf oder Symptomen ist ein Supplement sinnvoll.
Nicht jedes Magnesium-Supplement ist gleich: Magnesiumcitrat wird am besten aufgenommen und wirkt leicht abfuehrend (Vorteil bei Verstopfung, Nachteil bei empfindlichem Darm). Magnesiumbisglycinat wird ebenfalls gut aufgenommen, ist magenschonender und hat eine beruhigende Wirkung (ideal fuer abendliche Einnahme und Schlafverbesserung). Magnesiumoxid hat die hoechste Magnesiumkonzentration pro Tablette, wird aber am schlechtesten aufgenommen – billig, aber weniger wirksam. Magnesiumthreonat zeigt in Studien vielversprechende Wirkung auf kognitive Funktionen (Hirngaengigkeit). Praktisch: Magnesiumcitrat morgens und Magnesiumbisglycinat abends – oder ein Kombi-Praeparat mit mehreren Formen. Die Tagesdosis auf zwei bis drei Einnahmen verteilen, weil der Koerper grosse Einzeldosen schlechter aufnimmt.
Fazit: Eines der wenigen Supplements, die fast jeder braucht
Magnesium gehoert neben Vitamin D zu den wenigen Nahrungsergaenzungen, die fuer die meisten Menschen in Deutschland sinnvoll sind – die Versorgungslage ist schlecht, der Bedarf bei vielen Frauen erhoeht und die Nebenwirkungen bei normaler Dosierung praktisch null (ausser weicher Stuhl bei zu hoher Dosis – dann einfach reduzieren). 300 bis 400 mg am Tag, gute Form (Citrat oder Bisglycinat), abends fuer besseren Schlaf – das kostet 10 Euro fuer zwei Monate und kann Kraempfe, Schlafprobleme und innere Unruhe deutlich verbessern.


