Zwoelf Jahre. Drei Weltmeisterschaften. Zweimal Gruppenaus. Und jetzt, endlich, ein Achtelfinale. Deutschlands 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinekueste in Toronto bedeutet nicht nur drei Punkte – er bedeutet Erlosung. Seit dem WM-Triumph 2014 in Brasilien hat die DFB-Elf kein K.o.-Spiel mehr bei einer WM erreicht. Eine ganze Generation von Fans kennt Deutschland nur als Team, das in der Vorrunde scheitert. Heute Nacht hat sich das geaendert.
Was 2018 und 2022 schiefgelaufen ist – und was Nagelsmann anders macht
2018 in Russland: Die Weltmeister-Mannschaft von 2014 kam satt und selbstgefaellig zum Turnier, verlor gegen Mexiko und Suedkorea und wurde Gruppenletzter. Es war der tiefste Punkt in der Geschichte des deutschen Fussballs. 2022 in Katar: Neue Spieler, alte Probleme. Deutschland spielte gegen Japan und Costa Rica wie eine Mannschaft, die nicht wusste, was sie wollte – taktisch unentschlossen, defensiv anfaellig und in entscheidenden Momenten zu langsam. Wieder Gruppenaus, wieder Schlagzeilen der Schande.
2026 in Nordamerika: Julian Nagelsmann hat aus den Fehlern gelernt. Er hat eine junge, hungrige Mannschaft zusammengestellt, die spielen will statt verwalten. Wirtz, Musiala und Havertz sind keine verbrauchten Stars, die ihren letzten Karriereherbst geniessen – sie sind Spieler auf dem Hoehepunkt ihrer Karriere, die bei dieser WM etwas beweisen wollen. Und Nagelsmann hat den Mut, waehrend des Spiels zu reagieren: Sein Dreifachwechsel in der 60. Minute gegen die Elfenbeinekueste war eine Trainerentscheidung, die das Spiel gedreht hat. Undav, Amiri und Sane kamen und veraenderten alles. Das ist der Unterschied zu 2018 und 2022: Dieser Trainer hat einen Plan B. Und einen Plan C. Mehr zur WM 2026 in unserem Spielbericht-Ratgeber.
Was jetzt kommt: Ecuador, Gruppensieg und der Weg ins Viertelfinale
Mit sechs Punkten und einem Torverhaeltnis von 9:2 fuehrt Deutschland die Gruppe E an. Ein Unentschieden gegen Ecuador am 25. Juni genuegt fuer den Gruppensieg – und der Gruppensieg ist wichtig, weil der Gruppensieger voraussichtlich auf den Zweiten der Gruppe F (Niederlande, Japan, Schweden oder Tunesien) trifft, waehrend der Gruppenzweite auf den Zweiten der Gruppe I (moeglicherweise Frankreich) treffen koennte. Nagelsmann wird gegen Ecuador voraussichtlich rotieren, um Stammkraefte zu schonen – und das kann er sich jetzt leisten, weil das Achtelfinale bereits sicher ist. Der Druck ist weg. Die Leichtigkeit kann kommen.
Fazit: Dieses Achtelfinale ist erst der Anfang
Deutschland ist zurueck im Turnier – nicht nur auf dem Papier, sondern in den Herzen der Fans. Der 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinekueste war kein Glanzstueck, aber er war etwas Wichtigeres: ein Beweis fuer Mentalitaet, Widerstandsfaehigkeit und den unbedingten Willen, nicht wieder in der Vorrunde zu scheitern. Jetzt beginnt die eigentliche WM fuer Deutschland. Und diese Mannschaft hat die Qualitaet, weit zu kommen. Sehr weit.


