14. Juni 2026, Houston: Deutschland schießt sieben Tore gegen Curacao. 20. Juni, Toronto: Deniz Undav köpft Deutschland mit einem Doppelpack ins Achtelfinale. Zwischen diesen Daten und dem letzten K.o.-Rundenspiel liegen zwölf Jahre, zwei Gruppenaus-Blamagen und eine Selbstfindung, die schmerzhafter war als jede Niederlage. Wie Deutschland seinen WM-Fluch gebrochen hat – eine Geschichte über Scheitern, Neuanfang und einen Trainer mit dem Mut, alles anders zu machen.
2018 und 2022: Der doppelte Tiefpunkt
Russland 2018: 0:1 gegen Mexiko, 2:1 gegen Schweden (Kroos-Rettung in der Nachspielzeit), 0:2 gegen Südkorea – Gruppenaus als Titelverteidiger. Die Bilder von Neuer im gegnerischen Strafraum brannten sich ins kollektive Gedächtnis. Loew machte weiter – ein Fehler, der Deutschland vier weitere Jahre kostete. Katar 2022: 1:2 gegen Japan nach Führung zusammengebrochen, 1:1 gegen Spanien (Hoffnungsschimmer), 4:2 gegen Costa Rica – reichte nicht, weil Japan zeitgleich Spanien besiegte. Zweimal Gruppenaus in Folge, eine historische Blamage für den vierfachen Weltmeister.
Nagelsmann: Der Mann, der alles änderte
Im September 2023 übernahm Julian Nagelsmann die Nationalmannschaft – mit 36 der jüngste Bundestrainer aller Zeiten. Keine Sentimentalität, keine heiligen Kühe, nur Leistung. Er nominierte junge Spieler (Wirtz, Musiala, Pavlovic, Brown), brachte eine klare taktische Handschrift und gab der Mannschaft etwas, das seit 2014 gefehlt hatte: Freude am Spielen. Die Heim-EM 2024 war der Wendepunkt – begeisternder Fußball, Viertelfinal-Aus gegen Spanien, aber die Herzen der Fans zurückgewonnen. Zwei Jahre später: Neun Tore in zwei WM-Spielen, sechs verschiedene Torschützen, der Dreifachwechsel als taktisches Markenzeichen und Undav als Meisterstück – der Spieler, den Nagelsmann entdeckt, gefördert und zur WM-Waffe geformt hat. Mehr in unserem Achtelfinale-Ratgeber.
Fazit: Deutschland ist zurück – und die Geschichte ist noch nicht zu Ende
Zwölf Jahre nach dem WM-Titel 2014 steht Deutschland wieder in der K.o.-Runde. Der Weg war lang, schmerzhaft und voller Rückschläge – genau deshalb schmeckt dieses Achtelfinale so süß. Vielleicht ist das Achtelfinale nur der Anfang. Vielleicht schreiben wir am 19. Juli die größte Comeback-Geschichte des deutschen Fußballs. Erst Ecuador. Dann Achtelfinale. Dann träumen.
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