Der erste Schritt morgens nach dem Aufstehen fühlt sich an, als würdest du auf einen Nagel treten. Ein stechender Schmerz an der Ferse, der bei jedem Schritt einschießt und den Alltag zur Qual macht. Fersensporn – medizinisch Plantarfasziitis – ist eine der häufigsten Ursachen für Fußschmerzen bei Erwachsenen. Rund 10 Prozent der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die gute Nachricht: In über 90 Prozent der Fälle heilt ein Fersensporn mit konservativer Behandlung aus, ohne Operation.
Was ein Fersensporn ist und wie er entsteht
Ein Fersensporn ist eine kleine, knöcherne Auswucherung am Fersenknochen, die durch chronische Überlastung der Plantarfaszie entsteht – der dicken Sehnenplatte, die vom Fersenknochen zu den Zehen verläuft. Interessanterweise verursacht nicht der Knochensporn selbst den Schmerz, sondern die Entzündung der Plantarfaszie im umliegenden Gewebe. Deshalb heißt die korrekte Diagnose eigentlich Plantarfasziitis. Risikofaktoren sind Übergewicht, Plattfüße oder Hohlfüße, falsches Schuhwerk (besonders Schuhe ohne Absatz wie Ballerinas), langes Stehen und intensive Laufsportarten auf hartem Untergrund.
Was wirklich hilft: Die effektivsten Behandlungen
Spezielle Dehnübungen für die Plantarfaszie und die Wadenmuskulatur sind die nachweislich wirksamste Behandlung. Die einfachste Übung: Stelle dich mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe, lass die Fersen langsam nach unten sinken und halte die Dehnung 30 Sekunden. Dreimal wiederholen, dreimal täglich. Orthopädische Einlagen mit Fersenpolster und Fußbettung verteilen den Druck auf die Ferse gleichmäßiger. Nachtlagerungsschienen halten den Fuß während des Schlafs in einer gedehnten Position und reduzieren den typischen Anlaufschmerz am Morgen. Stoßwellentherapie hat sich bei hartnäckigen Fällen bewährt und wird von vielen Kassen übernommen. Und Entzündungshemmende Salben mit Ibuprofen oder Diclofenac können akute Schmerzspitzen lindern.
Wann zum Arzt und was die Kasse zahlt
Wenn die Schmerzen nach drei bis vier Wochen Eigenbehandlung nicht besser werden, ist ein Besuch beim Orthopäden sinnvoll. Röntgen und Ultraschall bestätigen die Diagnose. Einlagen, Physiotherapie und Stoßwellentherapie werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Eine Operation – bei der der Fersensporn abgetragen oder die Plantarfaszie eingekerbt wird – ist nur in extrem seltenen Fällen nötig, wenn alle konservativen Maßnahmen über mindestens sechs Monate versagt haben. Geduldige, konsequente Behandlung mit Dehnung und passenden Schuhen führt in den allermeisten Fällen zum Erfolg – auch wenn es manchmal mehrere Monate dauert.
Ein Fersensporn ist schmerzhaft und nervig, aber er ist kein Grund zur Panik. Mit den richtigen Übungen, guten Schuhen und etwas Geduld wirst du wieder schmerzfrei laufen. Dein erster Schritt morgens muss nicht wehtun – fang heute mit den Dehnübungen an.


