Es beginnt schleichend: Schmerzen in der Schulter, besonders nachts. Dann wird es schlimmer – du kannst den Arm nicht mehr heben, die Haare nicht mehr föhnen, den BH nicht mehr schließen. Die Schulter ist wie eingefroren. Frozen Shoulder – medizinisch adhäsive Kapsulitis – betrifft 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung, Frauen doppelt so häufig wie Männer, besonders zwischen 40 und 60 Jahren.
Die drei Phasen der Frozen Shoulder
Phase 1 – Einfrierphase (2-9 Monate): Zunehmende Schmerzen und erste Bewegungseinschränkungen. Phase 2 – Gefrorene Phase (4-12 Monate): Die Schmerzen lassen nach, aber die Steifigkeit ist maximal – der Arm lässt sich kaum noch bewegen. Phase 3 – Auftauphase (5-24 Monate): Die Beweglichkeit kehrt langsam zurück. Insgesamt kann eine Frozen Shoulder 12 bis 36 Monate dauern, ohne Behandlung sogar länger. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen heilt sie vollständig aus.
Was die Heilung beschleunigt
Physiotherapie ist die wichtigste Maßnahme – sanfte Mobilisierung und Dehnübungen, die die Gelenkkapsel langsam lösen. Zu aggressives Dehnen ist kontraproduktiv und kann die Entzündung verschlimmern. Schmerzmittel und Cortison-Injektionen helfen in der Einfrierphase, den Schmerz zu kontrollieren. In hartnäckigen Fällen kann eine Narkosemobilisation – bei der der Arzt die Schulter unter Narkose durchbewegt und Verklebungen löst – oder eine arthroskopische Kapsellösung schnelle Besserung bringen. Faszienarbeit und Wärmeanwendungen unterstützen die Rehabilitation.
Frozen Shoulder ist langwierig und frustrierend, aber sie geht vorbei. Geduld, regelmäßige Physiotherapie und die richtige Schmerztherapie sind der Weg zurück zur vollen Beweglichkeit.


