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Girokonto wechseln: Wie der Kontowechselservice alles automatisch erledigt, warum du bis zu 180 Euro im Jahr sparst und warum die Angst vor dem Wechsel unberechtigt ist

Girokonto wechseln: Wie der Kontowechselservice alles automatisch erledigt, warum du bis zu 180 Euro

Du zahlst 5 bis 15 Euro monatlich Kontoführungsgebühren, bekommst 0 Prozent Zinsen aufs Guthaben und der Geldautomat deiner Filialbank steht drei Kilometer entfernt – aber du wechselst nicht, weil du Angst hast, dass Daueraufträge und Lastschriften verloren gehen. Diese Angst ist seit 2016 unberechtigt: Der gesetzliche Kontowechselservice erledigt alles automatisch. In 10 Minuten.

Wie der Kontowechselservice funktioniert

Seit dem Zahlungskontengesetz (2016) ist jede Bank verpflichtet, einen Kontowechselservice anzubieten – kostenlos. So funktioniert er: Du eröffnest das neue Konto (online, 10 Minuten) und beauftragst den Kontowechselservice der neuen Bank. Die neue Bank holt automatisch alle Daueraufträge, Lastschriftmandate und regelmäßigen Zahlungspartner der letzten 13 Monate von der alten Bank. Die neue Bank richtet alle Daueraufträge auf dem neuen Konto ein und informiert alle Zahlungspartner (Vermieter, Strom, Versicherungen, Arbeitgeber) über die neue Kontoverbindung. Du kündigst das alte Konto (oder lässt es parallel weiterlaufen, bis alles umgestellt ist). Der gesamte Prozess dauert 5 bis 10 Werktage. Du musst keinen einzigen Zahlungspartner selbst anschreiben.

Was du sparst: Kontoführungsgebühren (0 statt 5 bis 15 Euro monatlich = 60 bis 180 Euro pro Jahr), Guthabenzinsen (Trade Republic 3,25 Prozent, ING bis 3,3 Prozent für Neukunden – bei 5.000 Euro Guthaben sind das 165 Euro Zinsen statt 0), kostenlose Kreditkarte (statt 30 bis 50 Euro Jahresgebühr) und kostenlose Bargeldabhebungen weltweit (viele Direktbanken bieten das). Worauf du achten musst: Prüfe, ob dein Arbeitgeber die neue IBAN für die Gehaltsäberweisung rechtzeitig erhält. Lasse das alte Konto 2 bis 3 Monate parallel weiterlaufen – falls ein Zahlungspartner die Umstellung verspätet übernimmt. Zum Thema Finanzen auch unser Girokonto-Vergleich-Ratgeber.

Worauf du beim neuen Konto achten solltest

Kostenlos ist nicht immer kostenlos – viele Konten sind es nur unter Bedingungen, etwa ab einem monatlichen Mindesteingang. Prüfe deshalb, ob dein Gehalt diese Schwelle sicher erreicht, und was passiert, wenn es das einmal nicht tut. Achte außerdem auf Gebühren, die im Kleingedruckten stehen: Kosten für die Girocard, für Ersatzkarten, für Überweisungen in Papierform oder für Bargeldabhebungen außerhalb des eigenen Automatennetzes.

Ein oft unterschätzter Punkt ist der Dispozinssatz. Wer den Dispo gelegentlich nutzt, zahlt bei manchen Instituten das Doppelte anderer Anbieter – das kann teurer werden als jede Kontoführungsgebühr. Sieh dir zudem an, wie du im Alltag Bargeld bekommst und ob Einzahlungen möglich sind, denn reine Direktbanken bieten das nur eingeschränkt. Und prüfe, ob Apple Pay oder Google Pay unterstützt werden, falls du kontaktlos zahlst.

Was du nach dem Wechsel selbst erledigen musst

Der Kontowechselservice überträgt Daueraufträge und informiert Zahlungspartner, aber er nimmt dir nicht alles ab. Bestimmte Verbindungen musst du selbst umstellen, weil sie nicht über klassische Lastschriften laufen. Dazu gehören hinterlegte Zahlungsdaten bei Onlineshops und Bezahldiensten, Abonnements, die über die Kreditkarte abgerechnet werden, sowie Zugangsdaten für Konten mit hinterlegter Bankverbindung.

Lass das alte Konto deshalb noch zwei bis drei Monate parallel laufen und behalte etwas Guthaben darauf. So kannst du in Ruhe beobachten, welche Buchungen dort noch eingehen, und sie nachträglich umstellen, statt Mahnungen zu riskieren. Erst wenn über mehrere Wochen keine Umsätze mehr auftauchen, kündigst du das alte Konto schriftlich und lässt dir die Schließung bestätigen. Mehr zum Thema Konto in unserem Bargeld-Ratgeber.

Wann sich ein Zweitkonto lohnt

Nicht immer ist ein Wechsel die beste Lösung – manchmal ist ein zusätzliches Konto sinnvoller. Viele Menschen führen bewusst zwei Konten: eines für Gehalt und alle Fixkosten wie Miete, Strom, Versicherungen und Abos, ein zweites für den täglichen Bedarf. Der Vorteil liegt auf der Hand: Auf dem Alltagskonto siehst du jederzeit, wie viel wirklich frei verfügbar ist, ohne dass die kommende Miete das Bild verfälscht.

Ein Zweitkonto hilft außerdem Paaren, die gemeinsame Ausgaben teilen wollen, ohne alle Finanzen zusammenzulegen: Beide überweisen einen festen Betrag auf ein Gemeinschaftskonto, von dem die geteilten Kosten abgehen. Und für Selbstständige oder Nebentätigkeiten ist ein getrenntes Konto ohnehin dringend zu empfehlen, weil es die Buchhaltung und die Steuererklärung erheblich vereinfacht. Da viele Direktbanken kostenlose Konten anbieten, kostet diese Struktur meist nichts.

Fazit: 10 Minuten Kontowechsel, 180 Euro gespart, null Risiko

Der Kontowechselservice macht die Angst vor dem Wechsel grundlos. Alles wird automatisch übertragen, kein Zahlungspartner geht verloren und du sparst sofort Gebühren. Wenn du noch Kontoführungsgebühren zahlst: Heute ist der Tag, an dem du damit aufhörst.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und journalistischen Aufbereitung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Gesetze, Fristen, Beitragssätze und die Rechtsprechung ändern sich laufend – trotz sorgfältiger Recherche können Angaben überholt oder unvollständig sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Steuerberater, deine Behörde oder eine Verbraucherzentrale. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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