Die neue Grundsteuer gilt seit dem 1. Januar 2025 – und die ersten Bescheide sorgen fuer Entsetzen: Manche Eigentuemer zahlen das Doppelte, manche ploetzlich weniger, und viele fragen sich, ob die Berechnung ueberhaupt stimmt. Tatsaechlich sind laut Bund der Steuerzahler bis zu 30 Prozent der Grundsteuerbescheide fehlerhaft – und ein Einspruch kann sich in tausenden Euro ueber die Jahre niederschlagen.
Was sich bei der Grundsteuer geaendert hat
Die alte Grundsteuer basierte auf Einheitswerten aus den 1960er Jahren (West) bzw. 1930er Jahren (Ost) – das Bundesverfassungsgericht hat sie 2018 fuer verfassungswidrig erklaert. Das neue Modell berechnet die Grundsteuer auf Basis aktueller Bodenwerte und Gebaeudedaten – was in vielen Faellen zu hoeheren, in manchen zu niedrigeren Belastungen fuehrt. Die drei Faktoren: Grundsteuerwert (berechnet aus Bodenrichtwert, Grundstuecksgroesse und Gebaeudedaten) mal Steuermesszahl (vom Bund festgelegt) mal Hebesatz (von der Gemeinde festgelegt). Fuer Mieter: Die Grundsteuer wird ueber die Nebenkostenabrechnung auf dich umgelegt – eine hoeehere Grundsteuer bedeutet hoehere Nebenkosten.
Wie du deinen Bescheid pruefst: Vergleiche den Bodenrichtwert im Bescheid mit dem tatsaechlichen Bodenrichtwert deines Grundstuecks (einsehbar auf boris.de oder dem Bodenrichtwertportal deines Bundeslandes). Pruefe die Grundstuecksgroesse und die Wohnflaeche – Zahlendreher und falsche Quadratmeterzahlen sind die haeufigsten Fehler. Pruefe, ob die Gebaeudeart stimmt (Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Wohnung – falsche Klassifizierung aendert die Steuermesszahl). Wann Einspruch einlegen: Innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids kannst du schriftlich Einspruch einlegen – formlos, per Brief an das Finanzamt. Der Einspruch hat keine aufschiebende Wirkung (du musst trotzdem zahlen), aber wenn er Erfolg hat, bekommst du die Differenz zurueck. Zum Thema Recht auch unser Nebenkosten-Ratgeber.
Fazit: 30 Prozent der Bescheide sind fehlerhaft – pruefe deinen
Nimm dir 15 Minuten, vergleiche die Zahlen und lege Einspruch ein, wenn etwas nicht stimmt. Bei einem Fehler von 100 Euro pro Jahr sparst du ueber 20 Jahre 2.000 Euro – fuer 15 Minuten Arbeit. Das lohnt sich.


