Milliarden Euro an staatlichen Leistungen werden jedes Jahr nicht abgerufen – weil die Menschen, denen sie zustehen, nicht wissen, dass es sie gibt. Wohngeld, Kinderzuschlag, Bildungsgutscheine, Energiepreisbremse – das sind keine Almosen, sondern Rechtsansprüche. Und die Antragsformulare sind oft einfacher als du denkst.
Die 8 wichtigsten Leistungen, die du prüfen solltest
Wohngeld: Mietzuschuss für Geringverdiener und Familien. Seit der Reform 2023 haben deutlich mehr Haushalte Anspruch – auch Alleinstehende mit bis zu 1.600 Euro netto können berechtigt sein. Durchschnittlich 370 Euro monatlich. Antrag: Wohngeldstelle deiner Stadt. Kinderzuschlag: Bis zu 292 Euro pro Kind und Monat für Familien, deren Einkommen für sich selbst reicht, aber nicht für die Kinder. Antrag: Familienkasse. Bildungspaket: Kostenlose Nachhilfe, Schulausflüge, Mittagessen in der Schule und Sportvereinsbeiträge für Kinder aus Familien mit Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag. Antrag: Jobcenter oder Sozialamt.
Befreiung von der GEZ: Empfänger von Bürgergeld, BAföG, Grundsicherung oder Asylbewerberleistungen sind von den Rundfunkgebühren befreit (18,36 Euro monatlich gespart). Antrag: Online bei rundfunkbeitrag.de. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: 4.260 Euro Steürfreibetrag für Alleinerziehende – wird automatisch in Steuerklasse II berücksichtigt, aber du musst die Steuerklasse aktiv beantragen. Zahnprophylaxe-Bonus: Wenn du dein Bonusheft fünf Jahre lückenlos führst, erhöht sich der Kassenzuschuss für Zahnersatz von 60 auf 70 Prozent, nach zehn Jahren auf 75 Prozent – das spart bei einer Krone 200 bis 400 Euro. Energieberatung kostenlos: Die Verbraucherzentrale bietet kostenlose Energieberatung (auch Vor-Ort-Checks für 30 Euro) – und zeigt dir, wo du 200 bis 500 Euro Energiekosten pro Jahr sparen kannst. Erstausstattung bei Schwangerschaft: Das Jobcenter zahlt auch für Schwangere ohne Bürgergeld eine Erstausstattung (Babykleidung, Kinderwagen, Bett) – Antrag vor der Geburt stellen. Zum Thema Finanzen auch unser Bürgergeld-Ratgeber.
Fazit: Prüfe jeden einzelnen Punkt – du verschenkst möglicherweise tausende Euro
Wohngeld, Kinderzuschlag, GEZ-Befreiung und Entlastungsbetrag – allein diese vier können zusammen über 5.000 Euro pro Jahr ausmachen. Die Anträge dauern 20 bis 30 Minuten. Dein Geld. Dein Recht. Hol es dir.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und journalistischen Aufbereitung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Gesetze, Fristen, Beitragssätze und die Rechtsprechung ändern sich laufend – trotz sorgfältiger Recherche können Angaben überholt oder unvollständig sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Steuerberater, deine Behörde oder eine Verbraucherzentrale. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.


