Der Brief vom Vermieter: Mieterhoeehung um 80 Euro ab naechstem Monat. Darfst du Nein sagen? In vielen Faellen: Ja. Denn Mieterhoeehungen in Deutschland unterliegen strengen Grenzen – und viele Vermieter halten sie nicht ein. Eine unwirksame Mieterhoeehung musst du nicht bezahlen – aber du musst sie erkennen und rechtzeitig widersprechen.
Wie viel dein Vermieter erhoehen darf
Die Miete darf nur bis zur ortsueeblichen Vergleichsmiete angehoben werden (laut Mietspiegel deiner Stadt). Kappungsgrenze: Die Miete darf innerhalb von 3 Jahren um maximal 20 Prozent steigen (in vielen Staedten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur 15 Prozent). Selbst wenn die Vergleichsmiete hoeeher ist – wenn du in 3 Jahren schon 15 bzw. 20 Prozent Erhoehung bekommen hast, ist Schluss. Formale Anforderungen: Die Mieterhoehung muss schriftlich erfolgen, die ortsueeebliche Vergleichsmiete nennen (Bezug auf Mietspiegel, Gutachten oder Vergleichswohnungen), eine Begruendung enthalten und eine Zustimmungsfrist von mindestens 2 Monaten gewaehren.
Wann die Erhoehung unwirksam ist: Keine Begruendung (Mietspiegel, Gutachten oder Vergleichswohnungen fehlen). Kappungsgrenze ueberschritten (mehr als 15/20 Prozent in 3 Jahren). Formfehler (muendlich, per WhatsApp, fehlende Berechnung). Sperrfrist nicht eingehalten (nach der letzten Erhoehung muessen 15 Monate vergehen). Was du tun solltest: Mietspiegel deiner Stadt pruefen (online verfuegbar oder beim Mieterverein). Berechne, ob die neue Miete ueber der Vergleichsmiete liegt. Pruefe, ob die Kappungsgrenze eingehalten wird. Wenn nicht: Schriftlich widersprechen innerhalb der Zustimmungsfrist (2 Monate). Wenn die Erhoehung berechtigt ist: Du musst zustimmen – aber erst ab dem 3. Monat nach Zugang zahlen (nicht sofort). Zum Thema Mietrecht auch unser Mietkaution-Ratgeber.
Fazit: Mietspiegel pruefen, Kappungsgrenze checken und im Zweifel widersprechen
Nicht jede Mieterhoehung ist rechtens – und eine unwirksame Erhoehung musst du nicht akzeptieren. 15 Minuten Recherche und ein Widerspruchsbrief koennen dir 50 bis 100 Euro monatlich sparen – dauerhaft.


