Jede zweite Nebenkostenabrechnung in Deutschland ist fehlerhaft – das zeigen Untersuchungen des Deutschen Mieterbunds Jahr für Jahr. Und in den meisten Fällen zahlen die Mieterinnen zu viel. Hunderte Euro, die du dir zurückholen könntest, wenn du weißt, worauf du achten musst. Hier sind die sieben häufigsten Fehler, die Vermieter bei der Nebenkostenabrechnung machen.
Fehler 1: Falsche Frist – die Abrechnung kam zu spät
Dein Vermieter hat exakt zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, dir die Nebenkostenabrechnung zuzustellen. Für das Jahr 2025 muss die Abrechnung also spätestens am 31. Dezember 2026 bei dir eingehen. Kommt sie später, musst du eine Nachzahlung nicht leisten – der Vermieter hat sein Recht verwirkt. Prüfe also als Erstes immer das Datum.
Fehler 2: Nicht umlagefähige Kosten werden abgerechnet
Nicht alle Kosten, die einem Vermieter entstehen, darf er auf die Mieter umlegen. Reparaturkosten, Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen, Bankgebühren und Rechtsberatungskosten des Vermieters gehören nicht in die Nebenkostenabrechnung. Was umlagefähig ist, regelt die Betriebskostenverordnung abschließend: Heizung, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Gebäudeversicherung, Grundsteuer, Aufzug, Gartenpflege, Hausmeister und Gemeinschaftsstrom.
Fehler 3: Falscher Verteilerschlüssel
Die Kosten müssen nach einem fairen Verteilerschlüssel auf alle Mieter aufgeteilt werden – üblicherweise nach Wohnfläche, nach Personenzahl oder nach Verbrauch. Prüfe, ob der verwendete Schlüssel mit deinem Mietvertrag übereinstimmt. Wenn im Vertrag „nach Wohnfläche” steht, darf der Vermieter nicht plötzlich nach Personenzahl abrechnen. Und: Wohnflächen werden häufig falsch angegeben. Miss im Zweifelsfall nach – wenn deine Wohnung kleiner ist als im Vertrag steht, zahlst du zu viel.
Dein Recht auf Belegeinsicht
Du hast das Recht, alle Originalbelege einzusehen – Rechnungen, Verträge, Bescheide. Der Vermieter muss dir Einsicht gewähren, in der Regel in seiner Wohnung oder im Büro der Hausverwaltung. Kopien musst du selbst machen oder bezahlen. Nutze dieses Recht, besonders wenn einzelne Positionen ungewöhnlich hoch erscheinen. Und wenn du unsicher bist, lass die Abrechnung von deinem örtlichen Mieterverein prüfen – das kostet als Mitglied nichts extra und kann dir hunderte Euro sparen.
Widersprich einer fehlerhaften Abrechnung innerhalb von zwölf Monaten schriftlich. Danach verlierst du dein Widerspruchsrecht. Eine Nachzahlung musst du trotz Widerspruch zunächst leisten – aber du kannst den zu viel gezahlten Betrag zurückfordern. Die paar Minuten Prüfzeit können sich also richtig lohnen.


