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Riester-Rente für Frauen: Wann sich die Zulagen richtig lohnen, wie du Kinderzulagen maximierst und wann du lieber die Finger davon lässt

Riester-Rente für Frauen: Wann sich die Zulagen richtig lohnen, wie du Kinderzulagen maximierst und wann du lieber die Finger davon lässt

Die Riester-Rente hat einen schlechten Ruf – zu Recht, wenn man sich die hohen Kosten, die mageren Renditen und die Bürokratie vieler Verträge anschaut. Aber für eine Gruppe lohnt sich Riester oft doch: Frauen mit Kindern und geringem bis mittlerem Einkommen. Der Grund sind die Zulagen – bis zu 775 Euro pro Jahr vom Staat bei zwei Kindern –, die in Relation zum eigenen Beitrag eine Rendite erzeugen, die kein ETF-Sparplan schafft. Trotzdem ist Riester nicht für jede Frau die richtige Wahl.

So funktioniert die Riester-Förderung

Jeder Riester-Sparer erhält eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr. Dazu kommen 300 Euro Kinderzulage pro Kind (für nach 2008 geborene Kinder). Um die volle Zulage zu bekommen, musst du vier Prozent deines rentenversicherungspflichtigen Bruttojahreseinkommens einzahlen – abzüglich der Zulagen. Bei einem Bruttoeinkommen von 30.000 Euro sind das 1.200 Euro Eigenbeitrag im Jahr – minus 175 Euro Grundzulage und minus 600 Euro für zwei Kinder = nur 425 Euro Eigenbeitrag, also rund 35 Euro im Monat.

Für diese 35 Euro monatlich bekommst du 775 Euro Zulagen vom Staat – das ist eine Förderquote von über 180 Prozent. Kein anderes Anlageprodukt bietet das. Zusätzlich kannst du die Riester-Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzen (maximal 2.100 Euro pro Jahr) – bei höherem Einkommen ist der Steuervorteil oft sogar höher als die Zulagen. Das Finanzamt prüft automatisch, was günstiger ist (Zulagen oder Steuerersparnis) und gewährt das bessere Ergebnis. Grundlagen der Finanzplanung auch in unserem Altersvorsorge-Ratgeber.

Für wen sich Riester lohnt – und für wen nicht

Riester lohnt sich am meisten für: Mütter mit zwei oder mehr Kindern und geringem bis mittlerem Einkommen (Förderquote extrem hoch), Alleinerziehende (bekommen die Kinderzulagen allein), Frauen in Teilzeit (niedriger Eigenbeitrag nötig, hohe Zulagen), Geringverdienerinnen (Mindesteigenbeitrag nur 60 Euro im Jahr, volle Zulagen trotzdem). Riester lohnt sich oft nicht für: Kinderlose Gutverdienerinnen (die Grundzulage von 175 Euro ist in Relation zum Eigenbeitrag gering, ein ETF-Sparplan bringt mehr Rendite bei mehr Flexibilität), Selbstständige (nicht förderberechtigt, es sei denn über den Ehepartner) und alle, die vor der Rente ans Geld wollen (Riester ist bis zur Rente gesperrt).

Die Nachteile: Die meisten Riester-Verträge haben hohe Verwaltungskosten, die einen Teil der Zulagen auffressen. Die garantierte Verzinsung ist minimal (oft null Prozent auf die Eigenbeiträge, nur Beitragserhaltung). In der Auszahlungsphase wird die Rente voll versteuert (nachgelagerte Besteuerung). Und die Bürokratie ist nervig: Jedes Jahr den Zulagenantrag stellen (oder Dauerzulagenantrag einrichten), Einkommensänderungen melden, Bescheide prüfen.

Den richtigen Riester-Vertrag finden

Riester-Fondssparpläne (z. B. UniProfiRente, DWS RiesterRente Premium) sind in der Regel besser als klassische Riester-Rentenversicherungen, weil sie in Aktienfonds investieren und langfristig höhere Renditen erwirtschaften. Riester-Banksparpläne sind die günstigste Variante (kaum Kosten), aber bieten fast keine Rendite über der Inflation. Wohn-Riester (Eigenheimrente) nutzt die Zulagen für die Immobilienfinanzierung – sinnvoll, wenn du ohnehin eine Immobilie kaufen willst.

Worauf achten: Effektivkosten unter 1,5 Prozent (je niedriger, desto mehr bleibt von den Zulagen), flexible Beitragsanpassung (wenn dein Einkommen schwankt), keine Abschlusskosten auf einen Schlag (besser über die Laufzeit verteilt) und einen Anbieter mit gutem Service. Lass dich von einem Honorarberater (nicht einem Provisionsverkäufer) beraten – die einmalige Beratungsgebühr spart dir über die Laufzeit tausende Euro an versteckten Kosten.

FAQ: Häufige Fragen

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag bei Scheidung?

Riester-Verträge werden beim Versorgungsausgleich berücksichtigt: Die während der Ehe erworbenen Riester-Ansprüche werden hälftig geteilt. Die Zulagen, die du wegen der Kinder bekommen hast, bleiben bei dir, wenn die Kinder bei dir leben. Ein bestehender Vertrag kann nach der Scheidung weitergeführt werden – die Zulagen passen sich automatisch an deine neue Einkommenssituation an.

Kann ich den Riester-Vertrag kündigen?

Ja – aber es ist teuer. Bei einer förderschädlichen Kündigung musst du alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Besser: Den Vertrag beitragsfrei stellen (ruht, keine Einzahlungen, keine neuen Zulagen, aber das bestehende Kapital bleibt) oder den Anbieter wechseln (Übertragung des Guthabens auf einen besseren Vertrag). Kündigung nur als letzte Option, wenn du das Geld dringend brauchst.

Fazit: Rechne nach, bevor du unterschreibst – oder nicht unterschreibst

Riester ist kein Allheilmittel und kein Betrug – es ist ein Produkt, das für bestimmte Lebenssituationen sehr gut und für andere schlecht geeignet ist. Mütter mit Kindern und geringem Einkommen profitieren enorm von den Zulagen. Kinderlose Gutverdienerinnen fahren mit einem ETF-Sparplan besser. Rechne deine persönliche Förderquote aus, vergleiche die Kosten verschiedener Anbieter und triff eine informierte Entscheidung – nicht aus dem Bauch heraus und nicht auf Druck eines Versicherungsverkäufers.

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