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Tapezieren fuer Anfaenger: Warum Vliestapete dein bester Freund ist, welches Werkzeug du brauchst und wie du Ecken und Steckdosen ohne Nervenzusammenbruch meisterst

Tapezieren fuer Anfaenger: Warum Vliestapete dein bester Freund ist, welches Werkzeug du brauchst und wie du Ecken und Steckdosen ohne Nervenzusammenbruch meisterst

Tapezieren hat den Ruf, eine Aufgabe fuer Profis zu sein – und mit Papiertapeten war das auch berechtigt: Kleister auf die Tapete, Einweichzeit abwarten, die nasse Tapete an die Wand klatschen, bevor sie zusammenfallt, Blasen rausdruecken und beten, dass es gerade haengt. Aber seit es Vliestapeten gibt, ist Tapezieren so einfach geworden, dass jeder Anfaenger es schafft: Kleister direkt auf die Wand, trockene Tapete anlegen, glaetten, fertig. Kein Einweichen, kein Matsch, keine Panik.

Warum Vliestapete die Anfaenger-Tapete ist

Vliestapeten bestehen aus einem stabilen, reissfesten Vliestraeger – sie sind formstabil, dehnen sich nicht beim Kleben und schrumpfen nicht beim Trocknen (alles Probleme, die Papiertapeten haben). Der Kleister wird direkt auf die Wand gestrichen (nicht auf die Tapete), die trockene Tapetenbahn wird an die Wand gelegt und glattgestrichen – kein Tapeziertisch noetig, keine Einweichzeit, kein Tropfen, kein Chaos. Fehler lassen sich sofort korrigieren: Die Bahn einfach wieder ablöesen und neu anlegen, solange der Kleister feucht ist. Und beim naechsten Renovieren gehen Vliestapeten trocken und in ganzen Bahnen von der Wand – kein stundenlangses Abweichen und Kratzen wie bei Papiertapeten.

Was du brauchst: Vliestapete (Rollenmass berechnen: Wandflaeche in Quadratmetern geteilt durch die Ergiebigkeit pro Rolle – steht auf der Verpackung – plus zehn Prozent Verschnitt), Kleister fuer Vliestapeten (normaler Tapetenkleister reicht nicht – Vlieskleister ist dicker und klebt staerker), eine Kleisterwalze (Rolle, um den Kleister gleichmaessig auf die Wand aufzutragen), eine Tapezierbuerste oder Gummiwalze (zum Glaettstreichen der Tapete), ein scharfes Cuttermesser mit Abbrechklingen (stumpfe Klingen reissen die Tapete statt sie zu schneiden), eine Wasserwaage oder Lotschnur (fuer die erste gerade Bahn) und eine Schere fuer grobe Zuschnitte. Zum Thema Renovierung auch unser Streich-Ratgeber.

Schritt fuer Schritt: So tapezierst du ein Zimmer

Vorbereitung (genau wie beim Streichen der wichtigste Schritt): Alte Tapete entfernen (bei Vliestapete trocken abziehen, bei Papiertapete mit Wasser einweichen und abkratzen), Loecher und Risse spachteln und schleifen, Untergrund mit Tiefengrund vorstreichen (saugfaehige Waende saugen den Kleister auf, bevor die Tapete haftet). Steckdosen und Lichtschalter abschalten (Sicherung raus) und die Abdeckungen abnehmen.

Erste Bahn: Mit der Wasserwaage oder Lotschnur eine senkrechte Linie an der Wand markieren (die Ecke ist nicht zwingend gerade – deshalb nie an der Ecke anfangen, sondern eine Tapetenbahn-Breite neben der Ecke). Kleister mit der Walze auf die Wand auftragen (etwas breiter als die Tapetenbahn, gleichmaessig und nicht zu duenn). Die erste Bahn oben an der Decke ansetzen (fuenf Zentimeter Ueberstand nach oben – wird spaeter abgeschnitten), entlang der Markierung ausrichten und mit der Buerste oder Walze von oben nach unten und von der Mitte nach aussen glaettstreichen. Luftblasen nach aussen schieben. Ueberstand an Decke und Boden mit einem Spachtel andruecken und mit dem Cuttermesser abschneiden. Weitere Bahnen: Stoss an Stoss (nicht ueberlappend) neben die erste Bahn kleben. Die Kanten sauber aneinanderdruecken – wenn der Kleister an den Kanten rausquillt, sofort mit einem feuchten Schwamm abwischen.

Ecken: Nie eine durchgehende Bahn um eine Ecke kleben – die Ecke ist nie gerade und die Tapete wirft Falten. Stattdessen: Die Bahn so zuschneiden, dass sie einen bis zwei Zentimeter um die Ecke reicht. Dann an der neuen Wand eine frische senkrechte Linie markieren und die naechste Bahn sauber daran ausrichten – die leichte Ueberlappung in der Ecke faellt nicht auf. Steckdosen: Die Tapete ueber die Steckdose kleben, mit dem Cuttermesser ein Kreuz einschneiden, die Laschen zurueckklappen und entlang der Dose sauber abschneiden. Nach dem Trocknen die Abdeckung wieder montieren.

Fazit: Mit Vliestapete schaffst du es beim ersten Mal

Kleister auf die Wand, Tapete anlegen, glaettstreichen – das ist die gesamte Technik. Ein Zimmer (15 Quadratmeter Wandflaeche) schaffst du als Anfaenger an einem Tag: Vormittags vorbereiten, nachmittags tapezieren. Die Materialkosten liegen bei 50 bis 100 Euro (Tapete, Kleister, Werkzeug), das Ergebnis sieht professionell aus und haelt zehn bis 15 Jahre. Probier es aus – das Schlimmste, was passieren kann, ist eine schiefe Bahn, die du sofort wieder abziehen und neu anlegen kannst. Vliestapete verzeiht Anfaengerfehler wie kein anderes Renovierungsmaterial.

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