Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens, die beim Greifen, Heben und sogar beim Händeschütteln einschießen. Der Tennisarm (Epicondylitis lateralis) hat seinen Namen vom Tennis, betrifft aber viel häufiger Menschen, die gar keinen Sport treiben: Büroarbeiterinnen, Handwerkerinnen, Mütter, die ständig ihr Kind tragen. Die Sehnenansätze der Unterarmstrecker sind überlastet und entzündet.
Warum Ruhe allein das Problem nicht löst
Die traditionelle Empfehlung „Arm schonen” klingt logisch, ist aber kontraproduktiv. Komplette Ruhigstellung führt dazu, dass die Sehne schwächer wird und beim Wiedereinstieg sofort erneut überlastet. Die moderne Sportwissenschaft weiß: Sehnen heilen durch kontrollierte Belastung, nicht durch Schonung. Exzentrisches Training – die Sehne wird unter Last gedehnt – stimuliert die Heilung und stärkt die Struktur.
Die effektivsten Behandlungen
Exzentrisches Unterarmtraining: Halte ein leichtes Gewicht (0,5-1 kg) in der Hand, Handfläche nach unten, und lasse das Handgelenk langsam absinken. 15 Wiederholungen, 3 Sätze, 2x täglich. Epicondylitis-Spange: Eine Bandage unterhalb des Ellbogens verteilt den Zug auf die Sehne. Stoßwellentherapie: Bei chronischen Fällen über drei Monate. Dehnung der Unterarmmuskulatur: Arm ausstrecken, Finger nach unten zeigen, mit der anderen Hand sanft dehnen. Und ergonomische Anpassung: Mauspad mit Handgelenkauflage, ergonomische Tastatur, Griffstärke bei Werkzeugen anpassen. Bei Sehnenscheidenentzündung gelten ähnliche Prinzipien.
Ein Tennisarm braucht Geduld – 6 bis 12 Monate sind normal. Aber mit dem richtigen Training heilt er in den allermeisten Fällen vollständig aus.


