Ein Eigenheim kaufen und dabei tausende Euro Förderung vom Staat kassieren – das klingt zu gut, um wahr zu sein, ist aber genau das, was Wohn-Riester bietet. Du darfst dein Riester-Guthaben für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie verwenden und erhältst dabei die gleichen Zulagen wie bei der klassischen Riester-Rente: 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro pro Kind. Für eine Familie mit zwei Kindern sind das 775 Euro jährliche Förderung – und zusätzlich Steuervorteile.
Wie Wohn-Riester konkret funktioniert
Es gibt zwei Wege: Erstens kannst du einen Riester-Bausparvertrag abschließen, bei dem du zunächst sparst und später ein zinsgünstiges Bauspardarlehen erhältst. Zweitens kannst du ein Riester-Darlehen aufnehmen, bei dem die Zulagen direkt in die Tilgung fließen und dein Kredit dadurch schneller abbezahlt wird. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro über 25 Jahre können die Riester-Zulagen und Steuervorteile die Gesamtkosten um 30.000 bis 50.000 Euro reduzieren – ein gewaltiger Unterschied.
Die Nachbesteuerung: Was du wissen musst
Der größte Haken bei Wohn-Riester ist die sogenannte nachgelagerte Besteuerung. Alle Zulagen und Steuervorteile werden auf einem fiktiven Wohnförderkonto verbucht und müssen ab Renteneintritt versteuert werden – entweder als jährliche Zahlung über 23 Jahre oder als Einmalbetrag mit 30 Prozent Rabatt. Das bedeutet: Du bekommst die Förderung nicht geschenkt, sondern zahlst sie im Alter als Steuern zurück. Trotzdem lohnt sich Wohn-Riester in den meisten Fällen, weil der Steuervorteil heute wertvoller ist als die Steuerlast in der Rente – vorausgesetzt, du rechnest vorher durch. Ein Gespräch mit einem unabhängigen Finanzberater ist hier dringend empfehlenswert.
Wohn-Riester ist kein Selbstläufer, aber für Familien mit Kindern und dem Traum vom Eigenheim eines der attraktivsten Förderinstrumente, die der Staat zu bieten hat. Rechne durch, lass dich beraten und nutze die Förderung, die dir zusteht.


