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Testament schreiben: Handschriftlich oder beim Notar, was es kostet und welche Fehler es ungültig machen

Nur etwa jeder vierte Deutsche hat ein Testament. Die anderen 75 Prozent verlassen sich auf die gesetzliche Erbfolge – und riskieren damit, dass ihr Vermögen nicht so verteilt wird, wie sie es sich wünschen. Dabei ist ein Testament erstaunlich einfach zu erstellen – wenn du die Formvorschriften beachtest. Denn ein einziger Fehler kann dein gesamtes Testament ungültig machen.

Handschriftliches Testament: Kostenlos, aber fehleranfällig

Ein eigenhändiges Testament muss drei Voraussetzungen erfüllen: Es muss komplett handschriftlich verfasst sein – nicht am Computer geschrieben und ausgedruckt. Es muss Datum und Ort enthalten. Und es muss mit vollem Vor- und Nachnamen unterschrieben sein. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist das Testament ungültig. Schreibe klar und unmissverständlich, wen du als Erben einsetzen willst und was diese Person erhalten soll. Vermeide vage Formulierungen wie „mein Lieblingsneffe soll etwas bekommen” – das führt garantiert zu Streit. Ein handschriftliches Testament kannst du jederzeit selbst verfassen, es kostet nichts und kann zu Hause aufbewahrt werden. Sicherer ist die Hinterlegung beim Amtsgericht für eine einmalige Gebühr von 75 Euro.

Notarielles Testament: Teurer, aber rechtssicher

Ein notarielles Testament wird von einem Notar nach deinen Wünschen formuliert, vorgelesen und beurkundet. Der Vorteil: Der Notar achtet auf rechtlich einwandfreie Formulierungen und weist dich auf mögliche Fallstricke hin – etwa den Pflichtteil, der auch bei Enterbung bestehen bleibt. Die Kosten richten sich nach dem Vermögenswert: Bei einem Nachlasswert von 100.000 Euro kostet das notarielle Testament etwa 270 Euro, bei 250.000 Euro etwa 535 Euro, bei 500.000 Euro etwa 935 Euro. Dafür erspart es den Erben den teuren Erbschein, der ohne notarielles Testament nötig ist.

Die 5 häufigsten Fehler, die ein Testament ungültig machen

Am Computer geschrieben statt handschriftlich. Keine Unterschrift oder nur mit Vornamen unterschrieben. Kein Datum – ohne Datum kann bei mehreren Testamenten nicht festgestellt werden, welches das neueste ist. Unklare Formulierungen, die mehrere Interpretationen zulassen. Und Testamente, die unter Druck oder im Zustand geistiger Einschränkung verfasst wurden, können angefochten werden. Erstelle dein Testament bei klarem Verstand, lagere es sicher und informiere mindestens eine Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort.

Ein Testament zu schreiben dauert eine Stunde. Kein Testament zu haben kann deine Familie Jahre an Streit und tausende Euro an unnötigen Kosten bescheren. Kombiniere es mit einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – dann hast du alle wichtigen Dokumente an einem Nachmittag erledigt. Tu es heute.

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