Das Kribbeln an der Lippe – du weißt sofort, was kommt. In 24 Stunden hast du eine schmerzhafte, hässliche Blase, die eine Woche bleibt und dich wahnsinnig macht. Lippenherpes (Herpes labialis) betrifft rund 80 Prozent der Bevölkerung – das Virus schlummert lebenslang in den Nervenzellen und wird durch Stress, Sonneneinstrahlung, Erkältungen oder hormonelle Schwankungen reaktiviert. Ganz verhindern kannst du den Ausbruch nicht, aber du kannst ihn deutlich abkürzen – wenn du in den ersten Stunden richtig handelst.
Die goldene Regel: Sofort behandeln beim ersten Kribbeln
Aciclovir-Creme (rezeptfrei in der Apotheke) oder Penciclovir-Creme direkt beim ersten Kribbeln auftragen – bevor die Bläschen sichtbar werden. In dieser Phase kann die antivirale Creme den Ausbruch abschwächen oder sogar komplett verhindern. Alle zwei Stunden auftragen, fünf Tage lang. Herpes-Patches (Compeed) bedecken die Blase, schützen vor Ansteckung und schaffen ein feuchtes Wundheilungsmilieu. Und bei mehr als sechs Ausbrüchen pro Jahr kann der Arzt eine dauerhafte Prophylaxe mit Aciclovir-Tabletten verschreiben.
Was du NICHT tun solltest
Bläschen aufstechen oder abkratzen – das verteilt das Virus und hinterlässt Narben. Zahnpasta auftragen – ein Mythos, der die Haut reizt und die Heilung verzögert. Teebaumöl unverdünnt – kann Kontaktallergien auslösen. Und: Während des Ausbruchs nicht küssen, keinen Lippenstift teilen und Hände waschen nach dem Berühren der Lippe – das Virus ist hochansteckend.
Lippenherpes ist lästig, aber beherrschbar. Hab immer eine Tube Aciclovir-Creme griffbereit – in der Handtasche, im Auto, am Arbeitsplatz. Die ersten Stunden entscheiden.


