Du hast den Job bekommen – Glueckwunsch! Der Arbeitsvertrag liegt vor dir, du bist euphorisch und willst am liebsten sofort unterschreiben. Genau das solltest du nicht tun. In fast jedem Arbeitsvertrag stecken Klauseln, die dir bei Kuendigung, Jobwechsel oder Streit mit dem Arbeitgeber zum Verhaengnis werden koennen – und die du vorher kennen und moeglicherweise verhandeln solltest.
Die 8 Klauseln, die du pruefen musst
Probezeit und Kuendigungsfrist: Standard ist 6 Monate Probezeit mit 2 Wochen Kuendigungsfrist. Laengere Probezeiten sind unueblich und moeglicherweise unwirksam. Pruefe auch die Kuendigungsfrist nach der Probezeit – 3 Monate zum Quartalsende schraenkt dich stark ein. Ueberstundenregelung: Mit dem Gehalt sind alle Ueberstunden abgegolten ist bei Gehaeltern unter der Beitragsbemessungsgrenze (ca. 90.000 Euro) oft unwirksam – pruefe, ob deine Ueberstunden bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Wettbewerbsverbot: Manche Vertraege verbieten dir, nach der Kuendigung bei einem Konkurrenten anzufangen – bis zu 2 Jahre. Dafuer muss der Arbeitgeber dir eine Karenzentschaedigung zahlen (mindestens 50% deines letzten Gehalts). Steht das Verbot ohne Entschaedigung im Vertrag, ist es unwirksam.
Versetzungsklausel: Der Arbeitgeber behaelt sich vor, dich an einen anderen Standort zu versetzen – pruefe, wie weit das gehen kann. Rueckzahlung von Fortbildungskosten: Wenn der Arbeitgeber eine teure Weiterbildung bezahlt, kann er die Kosten bei frueeher Kuendigung zurueckfordern – die Bindungsdauer muss angemessen sein (1 Jahr pro 5.000 Euro Fortbildungskosten als Faustregel). Arbeitsort und Homeoffice: Ist Homeoffice vertraglich geregelt oder nur eine muendliche Zusage? Ohne schriftliche Regelung kann der Arbeitgeber das Homeoffice jederzeit widerrufen. Variable Vergueetung: Bonus, Provision, Praemien – wie werden sie berechnet, wann ausgezahlt und was passiert bei Kuendigung vor dem Auszahlungstermin? Geheimhaltungsklausel: Standard und akzeptabel – aber pruefe den Umfang. Zu weite Geheimhaltungsklauseln koennen deine Karriere behindern. Zum Thema Karriere auch unser Gehaltsverhandlung-Ratgeber.
Fazit: 30 Minuten Vertrag lesen ersparen dir 30.000 Euro Probleme
Nimm dir den Vertrag mit nach Hause, lies ihn in Ruhe und frage bei unklaren Klauseln nach. Kein serioeeser Arbeitgeber wird dir die Bedenkzeit verweigern. Und bei kritischen Klauseln (Wettbewerbsverbot, Ueberstunden): Verhandeln – die meisten Arbeitgeber sind flexibler, als du denkst.


