Die Bauzinsen liegen Mitte 2026 bei 3,2 bis 3,8 Prozent für eine 15-jährige Zinsbindung – deutlich höher als die 1-Prozent-Zeiten von 2021, aber historisch betrachtet im Normalbereich. Trotzdem verunsichern die Zinsen viele Kaufinteressenten: Kann ich mir ein Haus noch leisten? Lohnt sich kaufen oder besser mieten? Und welche Fehler machen die meisten Erstkaufer, die sie später bereuen?
Wie viel Haus du dir leisten kannst – die Faustformel
Maximale monatliche Rate: Nicht mehr als 35 Prozent deines Nettöinkommens. Bei 4.000 Euro netto: Maximale Rate 1.400 Euro. Bei 5.000 Euro netto: Maximale Rate 1.750 Euro. Was das in Kaufpreis übersetzt: Bei 3,5 Prozent Zinsen, 2 Prozent Tilgung und 15 Jahren Zinsbindung kannst du mit 1.400 Euro monatlicher Rate ca. 305.000 Euro finanzieren. Plus Eigenkapital (20 Prozent = 76.000 Euro) ergibt einen maximalen Kaufpreis von ca. 380.000 Euro (inklusive Nebenkosten). Die 5 größten Fehler: Zu wenig Eigenkapital (unter 20 Prozent = höhere Zinsen), zu niedrige Tilgung (unter 2 Prozent = du zahlst 40 Jahre), Zinsbindung zu kurz (unter 15 Jahre = Zinsrisiko bei der Anschlussfinanzierung), Nebenkosten vergessen (Grunderwerbsteür, Notar, Makler = 10 bis 15 Prozent on top) und keine Sondertilgungsmöglichkeit vereinbart (kostenlose Sondertilgung von 5 bis 10 Prozent pro Jahr spart zehntausende Euro Zinsen).
Aktueller Tipp 2026: Vergleiche mindestens fünf Banken und einen unabhängigen Finanzierungsvermittler (Interhyp, Dr. Klein, Baufi24). Der Zinsunterschied zwischen dem besten und schlechtesten Angebot liegt aktuell bei 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten – bei 300.000 Euro Kredit und 25 Jahren Laufzeit sind das 15.000 bis 25.000 Euro Unterschied. Zum Thema Immobilien auch unser Eigenkapital-Ratgeber.
Fazit: Zinsen vergleichen, 20 Prozent Eigenkapital und mindestens 2 Prozent Tilgung – das sind die drei Regeln
Die Baufinanzierung ist die größte finanzielle Entscheidung deines Lebens – nimm dir die Zeit, sie richtig zu machen. Ein Prozentpunkt Zinsunterschied sind 30.000 bis 50.000 Euro über die Laufzeit. Vergleichen lohnt sich wie bei keiner anderen Ausgabe.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und journalistischen Aufbereitung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Gesetze, Fristen, Beitragssätze und die Rechtsprechung ändern sich laufend – trotz sorgfältiger Recherche können Angaben überholt oder unvollständig sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Steuerberater, deine Behörde oder eine Verbraucherzentrale. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.


