Arbeitslos geworden, Trennung, Krankheit – es gibt viele Gründe, warum Frauen plötzlich auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. Das Bürgergeld (seit 2023 Nachfolger von Hartz IV) sichert das Existenzminimum – Lebensunterhalt, Miete, Heizung und Krankenversicherung. Doch der Antrag ist bürokratisch, die Regeln komplex und viele Berechtigte scheuen den Gang zum Jobcenter. Hier erfährst du alles, was du wissen musst.
Wer hat Anspruch auf Bürgergeld?
Jeder erwerbsfähige Mensch zwischen 15 und Renteneintrittsalter, der seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten kann. Das schließt ein: Arbeitslose nach dem Ende des Arbeitslosengeldes I. Erwerbstätige mit so geringem Einkommen, dass es zum Leben nicht reicht (Aufstocker). Alleinerziehende mit unzureichendem Unterhalt. Und Selbstständige, deren Geschäft nicht genug abwirft. Auch dein Partner und deine Kinder im Haushalt werden berücksichtigt und erhalten eigene Leistungen.
Aktuelle Bürgergeld-Höhe 2026
Der Regelsatz für Alleinstehende beträgt aktuell 563 Euro monatlich. Paare erhalten je 506 Euro pro Person. Kinder zwischen 14 und 17 Jahren bekommen 471 Euro, zwischen 6 und 13 Jahren 390 Euro und unter 6 Jahren 357 Euro. Dazu übernimmt das Jobcenter die angemessene Miete inklusive Heizkosten komplett. Alleinerziehende erhalten einen Mehrbedarf von 12 bis 60 Prozent des Regelsatzes, abhängig von Alter und Anzahl der Kinder. Auch Wohngeld und Kinderzuschlag können eine Alternative sein, wenn dein Einkommen knapp über der Grenze liegt.
Vermögensschutz: Was dir niemand wegnehmen kann
Im ersten Jahr des Bürgergeld-Bezugs gilt die Karenzzeit: Dein Vermögen bis 40.000 Euro (plus 15.000 Euro für jedes weitere Haushaltsmitglied) wird nicht angerechnet. Deine selbstgenutzte Immobilie mit angemessener Größe ist geschützt. Dein Auto ist geschützt, wenn es für die Arbeitssuche oder den Weg zur Arbeit nötig ist. Und deine Altersvorsorge ist komplett geschützt – Riester, betriebliche Altersvorsorge und andere Rentenprodukte werden nicht angerechnet.
Bürgergeld zu beantragen ist kein Zeichen von Versagen – es ist ein Recht, das dir zusteht. Nutze es, wenn du es brauchst, und schäme dich nicht dafür. Es ist ein Sicherheitsnetz, das genau für solche Situationen geschaffen wurde.


