Über einen Ehevertrag zu sprechen fühlt sich an, als würde man die Scheidung planen, bevor die Hochzeit überhaupt stattgefunden hat. Aber ein Ehevertrag ist keine Misstrauenserklärung – er ist eine kluge Vorsorge, die beide Partner schützt. Besonders für Frauen, die in der Ehe Kinder betreuen und dafür auf Karriere und Einkommen verzichten, kann ein durchdachter Ehevertrag im Fall einer Scheidung den entscheidenden Unterschied machen.
Was ein Ehevertrag regeln kann
Gütertrennung oder modifizierte Zugewinngemeinschaft – wem gehört was, und wie wird im Trennungsfall aufgeteilt? Unterhaltsregelungen – insbesondere nachehelicher Unterhalt für den Ehepartner, der zugunsten der Familie auf Karriere verzichtet hat. Versorgungsausgleich – die Aufteilung der Rentenansprüche. Und Regelungen zum Eigenheim – wer darf bleiben, wie wird der Wert ausgeglichen? Ein Ehevertrag kann auch Regelungen zur Altersvorsorge während der Ehe enthalten, die sicherstellen, dass der nicht-erwerbstätige Partner angemessen abgesichert wird.
Was ein Ehevertrag kostet
Ein Ehevertrag muss notariell beurkundet werden. Die Kosten richten sich nach dem gemeinsamen Vermögen und liegen typischerweise zwischen 300 und 1.500 Euro – eine einmalige Investition, die im Scheidungsfall zehntausende Euro an Streitkosten und Anwaltsgebühren ersparen kann. Beide Partner sollten sich vor der Unterzeichnung unabhängig anwaltlich beraten lassen – ein Vertrag, der einen Partner massiv benachteiligt, kann vom Gericht für unwirksam erklärt werden.
Ein Ehevertrag ist kein Zeichen von Misstrauen – er ist ein Zeichen von Erwachsensein. Regelt die Finanzen, solange ihr euch liebt und fair miteinander umgehen könnt. Im Streitfall ist es dafür zu spät.


