Ein Gewächshaus im Garten klingt nach Luxus – aber ein kleines Gewächshaus (sechs bis zwölf Quadratmeter) oder sogar ein Mini-Gewächshaus für den Balkon ist erschwinglicher und nützlicher, als du denkst. Es verlängert deine Gartensaison um zwei bis drei Monate (früher anfangen, länger ernten), schützt empfindliche Pflanzen vor Regen, Wind und Kälte und gibt dir die Möglichkeit, Gemüse anzubauen, das im Freiland in Deutschland oft nicht zuverlässig reift – Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen gedeihen im Gewächshaus deutlich besser als draußen.
Welches Gewächshaus passt zu dir
Mini-Gewächshaus für den Balkon (60 bis 150 Euro): Ein Regal mit durchsichtiger Abdeckung, in dem du auf zwei bis vier Ebenen Jungpflanzen vorziehen, Kräuter überwintern und empfindliche Pflanzen schützen kannst. Kein vollwertiges Gewächshaus, aber ein riesiger Fortschritt gegenüber dem offenen Balkon – besonders im Frühling (Vorziehen ab März statt Mai) und im Herbst (Salat und Kräuter bis November). Foliengewächshaus (100 bis 300 Euro): Eine Stahlrohrkonstruktion mit UV-stabiler Folie, zwei bis sechs Quadratmeter groß. Günstig, schnell aufgebaut und für die meisten Hobbyerärtner völlig ausreichend. Nachteil: Die Folie hält nur drei bis fünf Jahre, bevor sie broechig wird und ersetzt werden muss. Glasgewächshaus (ab 500 Euro für kleine Modelle): Dauerhafter, stabiler und optisch schöner als Folie. Hält Jahrzehnte bei guter Pflege. Braucht ein Fundament und eine Baugenehmigung ab einer bestimmten Größe (je nach Bundesland unterschiedlich – informiere dich bei deiner Gemeinde).
Der wichtigste Faktor bei der Standortwahl: Südausrichtung (maximale Sonne), windgeschützt und möglichst nah am Wasseranschluss (du wirst oft gießen). Ein Gewächshaus neben einer Hauswand profitiert von der Wärmeabstrahlung des Gebäudes und ist im Winter wärmer als ein freistehendes. Zum Thema Anbau auch unser Tomaten-Ratgeber.
Was du im Gewächshaus anbauen kannst – und die größten Anfängerfehler
Im Gewächshaus gedeihen besonders: Tomaten (der Klassiker – im Gewächshaus geschützt vor Regen und Krautfäule), Paprika und Chili (brauchen Wärme, die das Gewächshaus zuverlässig liefert), Gurken (lieben Wärme und Feuchtigkeit), Auberginen, Melonen und im Winter: Feldsalat, Postelein, Spinat und Asia-Salate, die auch bei kühlen Temperaturen wachsen. Die größten Anfängerfehler: Nicht lüften (ein geschlossenes Gewächshaus wird im Sommer über 50 Grad heiß – Türen und Fenster müssen an warmen Tagen geöffnet werden), zu wenig gießen (im Gewächshaus regnet es nicht – täglich gießen ist Pflicht) und zu dicht pflanzen (Luft muss zirkulieren, sonst explodieren Pilzkrankheiten in der feucht-warmen Umgebung).
Fazit: Ein kleines Gewächshaus ist die beste Garten-Investition
Für 100 bis 300 Euro bekommst du ein Foliengewächshaus, das deine Gartensaison verdoppelt, deine Tomaten vor Krautfäule schützt und dir im November noch frischen Salat liefert. Kein anderes Gartenzubehör hat ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis. Starte mit einem Foliengewächshaus, sammle Erfahrung und entscheide nach zwei Saisons, ob du auf Glas umsteigst. Dein Garten wird nie wieder derselbe sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Trotz sorgfältiger Recherche können Angaben, Preise und Empfehlungen zwischenzeitlich überholt sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine fachkundige Stelle.


