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Lohnfortzahlung bei Krankheit: Was in den ersten 6 Wochen gilt, wie es danach mit Krankengeld weitergeht und welche Tricks Arbeitgeber nutzen

Lohnfortzahlung bei Krankheit: Was in den ersten 6 Wochen gilt, wie es danach mit Krankengeld weiter

Du bist krank – und nach der dritten Woche kommt die Angst: Was passiert mit meinem Gehalt? Die Kurzfassung: 6 Wochen volles Gehalt vom Arbeitgeber, danach Krankengeld von der Krankenkasse. Aber die Details sind komplizierter – und manche Arbeitgeber nutzen Schlupflöcher, die du kennen solltest.

Die ersten 6 Wochen: Volles Gehalt

Ab dem ersten Krankheitstag bekommst du dein reguläres Bruttogehalt – ohne Abzüge, ohne Kürzung. Der Arbeitgeber zahlt weiter, als würdest du arbeiten. Das gilt für jede Krankheit – auch für Minijobber, Teilzeitkräfte und Mitarbeiter in der Probezeit. 6 Wochen = 42 Kalendertage (nicht Arbeitstage). Der Trick, den manche Arbeitgeber nutzen: Die 6-Wochen-Frist gilt PRO Krankheit. Wenn du wegen Rückenschmerzen 5 Wochen krank bist, dann 2 Tage arbeitest und dann wegen Grippe ausfällst – beginnt die 6-Wochen-Frist von vorne (neue Krankheit). Aber: Wenn du wegen derselben Krankheit innerhalb von 6 Monaten erneut ausfällst, werden die Zeiten zusammengerechnet. Manche Arbeitgeber versuchen, dich nach 5 Wochen Krankschreibung kurzfristig zur Arbeit zu holen, um die Frist zurückzusetzen – das ist legal, wenn du tatsächlich arbeitsfähig bist, aber unethisch.

Nach 6 Wochen: Krankengeld von der Kasse. 70 Prozent deines Bruttogehalts (aber maximal 90 Prozent des Nettos). Maximales Krankengeld 2026: Ca. 4.200 Euro brutto monatlich. Dauer: Maximal 78 Wochen (1,5 Jahre) innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Krankheit. Danach endet das Krankengeld – und wenn du weiterhin arbeitsunfähig bist, folgt die Erwerbsminderungsrente (deutlich weniger). Wichtig: Während des Krankengeldbezugs bist du weiterhin kranken-, pflege- und rentenversichert – die Krankenkasse übernimmt die Beiträge. Arbeitslosigkeit droht nicht automatisch – dein Arbeitsvertrag besteht fort, und dein Arbeitgeber kann dir wegen Krankheit nicht einfach kündigen (nur unter strengen Voraussetzungen nach langjähriger Krankheit). Zum Thema Arbeitsrecht auch unser Krankschreibung-Ratgeber.

Fazit: 6 Wochen volles Gehalt, danach 78 Wochen Krankengeld – du bist besser abgesichert als du denkst

Wenn du krank bist, bist du krank. Dein Gehalt ist gesichert, dein Job ist geschützt und nach 6 Wochen übernimmt die Kasse. Lass dich nicht unter Druck setzen, früher zurückzukommen – deine Gesundheit ist wichtiger als jede Deadline.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und journalistischen Aufbereitung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Gesetze, Fristen, Beitragssätze und die Rechtsprechung ändern sich laufend – trotz sorgfältiger Recherche können Angaben überholt oder unvollständig sein. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an eine Rechtsanwältin, einen Steuerberater, deine Behörde oder eine Verbraucherzentrale. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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