16 Millionen Riester-Verträge existieren in Deutschland – und die Hälfte davon wird nicht mehr bespart, weil die Sparer frustriert aufgegeben haben. Zu hohe Kosten, zu niedrige Rendite, zu komplizierte Regeln. Die Frage, die sich Millionen stellen: Soll ich meinen Riester-Vertrag kündigen, beitragsfrei stellen oder doch weitersparen? Die Antwort hängt von deiner persönlichen Situation ab – und sie ist fast nie kündigen.
Kündigen, beitragsfrei stellen oder weitersparen?
Kündigen (fast immer die schlechteste Option): Du bekommst dein angespartes Kapital zurück, musst aber alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Bei einem Vertrag mit 15.000 Euro Guthaben und 5.000 Euro erhaltenen Zulagen bekommst du nur 10.000 Euro ausgezahlt – abzüglich Steuern auf die zurückgezahlten Steuervorteile. Unterm Strich behältst du oft nur 60 bis 70 Prozent deines Guthabens. Beitragsfrei stellen (oft die beste Option): Du zahlst nichts mehr ein, behältst aber die bisherigen Zulagen und Steuervorteile. Das Guthaben bleibt im Vertrag und wird (hoffentlich) weiter verzinst. Bei Rentenbeginn bekommst du eine kleine Zusatzrente. Nachteil: Keine neuen Zulagen mehr, und die Verwaltungskosten fressen einen Teil des stehenden Guthabens auf. Weitersparen (nur sinnvoll bei hoher Zulagenquote): Wenn du Kinderzulagen bekommst (185 bzw. 300 Euro pro Kind und Jahr) oder wenig verdienst (die Grundzulage von 175 Euro ist bei 4 Euro Eigenbeitrag pro Monat eine Rendite von über 300 Prozent auf deinen Beitrag), kann Riester immer noch attraktiv sein.
Die bessere Alternative für die meisten: Ein ETF-Sparplan ohne Riester bringt bei 7 Prozent Durchschnittsrendite deutlich mehr als die meisten Riester-Produkte (die durch Garantiekosten und hohe Verwaltungsgebühren selten über 2 bis 3 Prozent kommen). 100 Euro monatlich in einen MSCI-World-ETF statt in einen Riester-Vertrag bringt nach 25 Jahren ca. 30.000 Euro mehr – ohne staatliche Zulagen, aber mit besserer Rendite. Zum Thema Altersvorsorge auch unser Altersvorsorge-Ratgeber.
Fazit: Beitragsfrei stellen und das gesparte Geld in einen ETF umleiten
Kündigen kostet dich Zulagen und Steuern. Weitersparen lohnt sich nur mit Kinderzulagen. Die beste Lösung für die meisten: Beitragsfrei stellen, das monatlich gesparte Geld in einen ETF-Sparplan umleiten und langfristig deutlich mehr Rendite erzielen.
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