Schlafapnoe gilt als typische Männerkrankheit – übergewichtig, laut schnarchend, mittleren Alters. Doch rund ein Drittel aller Betroffenen sind Frauen, und bei ihnen wird die Diagnose deutlich häufiger verpasst. Der Grund: Die Symptome unterscheiden sich. Während Männer vor allem durch lautes Schnarchen und beobachtete Atemaussetzer auffallen, zeigen Frauen oft subtilere Zeichen: chronische Müdigkeit, depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit, morgendliche Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme.
Warum Schlafapnoe bei Frauen anders aussieht
Östrogen hat eine schützende Wirkung auf die oberen Atemwege. Deshalb steigt das Schlafapnoe-Risiko bei Frauen erst in den Wechseljahren deutlich an, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Frauen schnarchen seltener so laut wie Männer, haben kürzere Atemaussetzer und erleben häufiger das sogenannte Upper Airway Resistance Syndrome – eine mildere Form, die in Schlafstudien schwerer nachzuweisen ist. Die Folge: Frauen klagen beim Arzt über Müdigkeit und Schlafprobleme und bekommen Schlaftipps oder Antidepressiva statt einer Überweisung ins Schlaflabor.
Diagnose und Behandlung
Wenn du trotz ausreichend Schlaf chronisch müde bist, morgens Kopfschmerzen hast und dein Partner Atemaussetzer bei dir beobachtet, sprich deinen Arzt gezielt auf Schlafapnoe an und bitte um eine Überweisung ins Schlaflabor. Die Polysomnografie – eine Nacht im Schlaflabor – ist der Goldstandard der Diagnostik. Die Standardbehandlung bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe ist die CPAP-Maske, die während des Schlafs einen leichten Überdruck in den Atemwegen hält. Sie ist gewöhnungsbedürftig, aber hochwirksam. Die Geräte werden von der Krankenkasse bezahlt.
Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes erheblich. Lass dich untersuchen, wenn du Symptome hast. Müdigkeit ist kein normaler Zustand – sie kann ein Warnsignal sein, das ernst genommen werden muss.


