Plötzlich tropft Blut aus der Nase – beim Naseputzen, in der trockenen Heizungsluft oder ohne erkennbaren Grund. Nasenbluten (Epistaxis) ist extrem häufig und fast immer harmlos. Aber: Die meisten Menschen reagieren falsch. Kopf in den Nacken legen? Falsch. Watte in die Nase stecken? Nicht ideal. Hier ist die richtige Erste Hilfe – und die Warnsignale, bei denen du zum Arzt musst.
So stoppst du Nasenbluten richtig
Aufrecht hinsetzen und Kopf leicht nach VORNE neigen – nicht nach hinten, sonst läuft das Blut in den Rachen und du verschluckst es. Die Nasenflügel für 10 bis 15 Minuten fest zusammendrücken – ohne zwischendurch loszulassen. Ein kalter Waschlappen im Nacken verengt die Blutgefäße reflexartig. Nicht schnäuzen und nicht an der Nase reiben, bis die Blutung mindestens eine Stunde gestoppt hat. In 90 Prozent der Fälle kommt das Blut aus dem vorderen Bereich der Nasenscheidewand (Locus Kiesselbach) und lässt sich durch Zusammendrücken stoppen.
Wann Nasenbluten gefährlich ist
Wenn die Blutung nach 20 Minuten Kompression nicht aufhört. Wenn das Blut in Strömen fließt oder aus beiden Nasenlöchern gleichzeitig kommt. Wenn Nasenbluten nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf auftritt. Wenn es regelmäßig und ohne Auslöser vorkommt. Und wenn du blutverdünnende Medikamente nimmst – dann kann die Blutung schwerer zu stoppen sein. Der HNO-Arzt kann blutende Gefäße veröden (Koagulation) und die Ursache abklären: trockene Schleimhäute, Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen oder in seltenen Fällen Nasentumoren.
Nasenbluten sieht dramatisch aus, ist aber fast immer harmlos. Richtig reagieren, Ruhe bewahren und bei Warnsignalen zum Arzt.


