Der Kinderwunsch ist groß, aber auf natürlichem Weg klappt es nicht. Die In-vitro-Fertilisation (IVF) gibt vielen Paaren Hoffnung – aber sie ist teuer. Ein einzelner IVF-Zyklus kostet in Deutschland 3.000 bis 5.000 Euro, und die Erfolgsrate pro Versuch liegt bei 30 bis 40 Prozent. Drei Versuche sind keine Seltenheit. Hier erfährst du, wie sich die Kosten zusammensetzen, was die Kasse übernimmt und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.
So setzen sich die IVF-Kosten zusammen
Hormonbehandlung zur Stimulation der Eierstöcke: 1.000 bis 2.000 Euro für Medikamente. Eizellentnahme unter Narkose: 500 bis 1.000 Euro. Labortechnische Befruchtung und Embryokultur: 800 bis 1.500 Euro. Embryotransfer: 300 bis 500 Euro. Dazu kommen Ultraschalluntersuchungen, Bluttests und gegebenenfalls Kryokonservierung überzähliger Embryonen (500 bis 800 Euro plus 200 bis 400 Euro jährliche Lagerungsgebühr). Bei ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) kommen weitere 500 bis 1.500 Euro dazu. Ein kompletter IVF-Zyklus kostet damit 3.500 bis 6.000 Euro.
Was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt
Die GKV übernimmt 50 Prozent der Kosten für maximal drei IVF-Versuche, wenn: Ihr verheiratet seid. Die Frau zwischen 25 und 39 Jahre alt ist, der Mann zwischen 25 und 49. Nur Ei- und Samenzellen des Ehepaares verwendet werden. Und ein Behandlungsplan vom Arzt genehmigt wurde. Die restlichen 50 Prozent trägst du selbst – das sind 1.500 bis 3.000 Euro pro Versuch. Einige Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und andere übernehmen bis zu 25 Prozent des Eigenanteils. Und manche Krankenkassen (vor allem BKKs) zahlen freiwillig mehr als die gesetzlichen 50 Prozent – ein Kassenwechsel kann sich lohnen.
Finanzierungsmöglichkeiten
Die Kosten sind als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar – auch die selbst getragenen 50 Prozent. Die Steuererklärung bringt damit einen Teil der Kosten zurück. Manche Kinderwunschkliniken bieten Ratenzahlung an. Und Kinderwunschkredite mit niedrigen Zinsen gibt es bei spezialisierten Anbietern. Der emotionale Preis ist oft höher als der finanzielle – aber beide lassen sich bewältigen, wenn du gut vorbereitet bist.


