Die Rechnung kommt, du zahlst mit Karte und das Terminal fragt: Trinkgeld? 10%, 15%, 20%? Und du stehst da, unter Druck, und tippst irgendwas – ohne zu wissen, was eigentlich angemessen ist. Trinkgeld in Deutschland ist freiwillig, aber gesellschaftlich erwartet – und die Regeln sind ungeschrieben. Hier sind sie jetzt geschrieben.
Wie viel Trinkgeld in welcher Situation
Restaurant: 5 bis 10 Prozent der Rechnung sind in Deutschland angemessen (nicht 15 bis 20 Prozent wie in den USA – deutsches Servicepersonal bekommt Mindestlohn). Bei einer Rechnung von 50 Euro: 3 bis 5 Euro Trinkgeld. Bei herausragendem Service: Gerne mehr. Bei schlechtem Service: Weniger oder gar nichts ist voellig akzeptabel. Cafe und Bar: Aufrunden auf den naechsten Euro oder 50 Cent bis 1 Euro pro Getraenk – nicht prozentual berechnen. Friseur: 2 bis 5 Euro, je nach Aufwand (Schneiden 2 Euro, Faerben und Styling 5 Euro). Lieferdienst: 1 bis 3 Euro pro Lieferung – bei Regen, Schnee oder einer besonders schnellen Lieferung gerne mehr. Taxi: 5 bis 10 Prozent, aufrunden auf den naechsten vollen Euro. Hotel: 1 bis 2 Euro pro Nacht fuer das Zimmerpersonal (auf den Nachttisch legen, da die Person, die dein Zimmer reinigt, oft nicht dieselbe ist, die dich eincheckt). Handwerker: In Deutschland KEIN Trinkgeld fuer Handwerker ueblich – ein Kaffee oder Wasser ist die nette Geste.
Das Kartenzahlungs-Problem: Immer mehr Restaurants bieten beim Kartenzahlen voreingestellte Trinkgeld-Optionen an (10%, 15%, 20%) – was den Druck erhoeht, mehr zu geben als man eigentlich wollte. Tipp: Du kannst den Betrag immer manuell aendern oder 0% waehlen, ohne dass du dich schlecht fuehlen musst. Oder: Trinkgeld bar geben, auch wenn du mit Karte zahlst – dann geht es direkt an die Bedienung und nicht ueber die Abrechnung des Restaurants (wo es steuerlich erfasst und moeglicherweise nicht vollstaendig an das Personal weitergegeben wird). Trinkgeld und Steuern: Trinkgeld ist fuer den Empfaenger steuerfrei, wenn es direkt vom Gast an das Personal geht. Wird es ueber die Kasse abgerechnet, kann es steuerpflichtig werden. Zum Thema Lifestyle auch unser Geld-verdienen-Ratgeber.
Fazit: 5 bis 10 Prozent im Restaurant, bar statt Karte – und kein schlechtes Gewissen bei schlechtem Service
Trinkgeld ist freiwillig. 5 bis 10 Prozent sind die deutsche Norm. Wer mehr gibt, ist grosszuegig. Wer bei schlechtem Service nichts gibt, ist nicht geizig – sondern ehrlich. Und wenn das Kartenterminal dich unter Druck setzt: Tippe den Betrag manuell ein, den DU angemessen findest.


